Die Kammeroper präsentierte Duke Ellingtons „Sacred Concert“

Sangen unter der Leitung von Dirigent Jan Knobbe: Die 120 Sänger der Kantorei und des Kammerchors Eschwege, der Kantorei des Kirchenkreises Twiste und des Gospelchors Joy & Glory. Foto: Malmus

Kassel. Was für ein Konzert: genial zelebrierte Jazzmusik, chorale Wucht und Schönheit, die Kraft biblischer Texte - das alles wurde auf derselben Bühne in Harmonie miteinander verschmolzen.

Dank sei der Kammeroper Kassel, dank sei Duke Ellington (1899-1974) für seine drei „Sacred Concerts“, mit denen er seiner tiefen Gläubigkeit Ausdruck verlieh.

Vom dänischen Chorleiter John Hoybye und dessen Kollegen Peder Pedersen wurden sie 1993 zu einer Fassung verschmolzen und ließen Band und Chor zu musikalischen Partnern werden. Die Kammeroper hat sich davon inspirieren und begeistern lassen und in einem prachtvollen Konzert mit gigantischer Besetzung das größte und letzte Werk des legendären und tief religiösen US-Pianisten, Komponisten und Bigband-Leaders am Sonntag in der Kreuzkirche erklingen lassen.

Das Publikumsinteresse war riesig: Ausverkauft plus - das soll heißen, dass noch zahlreiche Stühle aufgestellt werden mussten. Es war ein kolossales Konzert, das die Kammeroper mit riesigem Engagement auf die Beine gestellt hatte. Allein die Anzahl der Mitwirkenden in Relation zur begrenzten Fläche rund um den Altar hatte „Wetten, dass ..?“-Ausmaße.

120 Chorsänger, die sich aus der Kantorei und dem Kammerchor Eschwege (Leitung: Susanne Voß), der Kantorei des Kirchenkreises Twiste und dem Gospelchor Joy & Glory zusammensetzten, drängten sich dicht an dicht. Hinzu kam die grandios aufspielende Aschaffenburger Bigband unter der Leitung von Peter Linhart. Dirigent Jan Knobbe schaffte es nicht nur, die Chöre zu einen, sondern sie auch noch mit der Bigband harmonisch zu verschmelzen.

Die von Duke Ellington ausgewählten Texte, mit denen er Gott lobte, zeugen von seiner tiefen Hingabe: „Praise God (Psalm 150), „Heaven“, „Die Majestät Gottes“ und viele mehr füllten das Gotteshaus mit geistiger Aura und musikalischer Spitzenklasse.

Großes Lob auch für Silvia Cordes. Obwohl als Solistin auf sich allein gestellt, glänzte die Leiterin der Kammeroper mit Präsenz und Leuchtkraft, operierte mal klassisch wärmend, mal als instrumental ausgerichtete und sich in extreme Höhen kaskadierende Jazzstimme. Riesenapplaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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