Das Festival „Der Fantastische Trashfilm“ begeisterte die Fangemeinde im Panoptikum

Kampf gegen Bananenschalen

Fans des guten schlechten Films: Organisator Ralf Kemper (von links) mit den Moderatoren Viviane Ottemann und Prashant Prabhakar Jaiswal. Foto: Gebhardt

Kassel. Gegen Mitternacht stimmte das Publikum ab. Das Ergebnis überraschte sogar Ralf Kemper, den Organisator und Mentor der nunmehr elften Auflage des Festivals „Der Fantastische Trashfilm“. Es flimmerte Freitag und Samstag im Panoptikum über die Leinwand. „Üblicherweise gewinnen eher die lustigen Filme“, so Kemper. Auf dem ersten Platz landete Freitagnacht aber „Clownz“ des Wuppertalers Konstantin Koewius.

Seine aufwendig inszenierte Psychohorror-Story eines am Leben gescheiterten Paketzustellers, der von einem Clown hinters Licht geführt und im letzten Moment davor bewahrt wird, von seinen blutrünstigen Kollegen gebraten und verspeist zu werden, überzeugte das Publikum. Der zweite Platz ging an zwei Filme: Robert Hennefarths (München) witzige Doku-Parodie „Banana Peel Police“ und an „Zombriella“ des Berliners Benjamin Gutsche. Hennefarth spielt alle Rollen selbst, er singt und nimmt den Kampf gegen die gelbe Bananenschalengefahr auf. Die Requisiten und Kameraführung sind simpel, die Musik ist so ehrlich bizarr, dass sie schon wieder gut ist – eine echte Filmperle.

Gutsche wiederum erzählt in seinem sehr originellen Zombiestreifen, wie sich ein Junge im Traum in ein kleines Zombiemädchen verliebt und dadurch seine Angst vor Zombies überwindet. Am Samstag wurden dann noch „Nachspiel“ von Ralf Beyerle (Platz 1), Thomas Maslowskis „Loom of Doom (Platz 2) und „Der geheimnisvolle Vulkanmann“ von Eva Becker und anderen (Platz 3) ausgezeichnet.

Deutlich wurde einmal mehr: Grusel und Horror, Western, Thriller, Zeichentrick oder Beziehungsdrama – im Trashfilm gibt es kein Genre, was es nicht auch bei den großen Kinoproduktionen gibt. Nun sind Hollywood- oder TV-Produktionen nicht selten unfreiwillig Trash (Müll), während sich „echte“ Trashfilme als Billigproduktionen bewusst wenig oder gar nicht um cineastische Standards scheren und dabei doch höchst ambitioniert sein können.

Ärgerlich war die so alberne wie selbstgerechte Moderation von Schauspieler Prashant Prabhakar Jaiswal und „Bachelor“-Sternchen Viviane Ottemann. Wenigstens dämmerte ihnen am Freitag, dass sie bei den gut 70 Besuchern kaum punkteten: „Hier sind wieder die nervigen Moderatoren“, sagte Ottemann nach der zweiten Pause. So peinlich wie wahr. Am Samstag moderierte dann Maren Purmann statt der Casting-Frau.

Von Andreas Gebhardt

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