Neu im Kino: Das Justizdrama „Betty Anne Waters“ mit Hilary Swank

Kampf gegen den Knast

Langer Atem für die Freiheit: Betty Anne Waters (Hilary Swank) und ihr Bruder Kenny ( Sam Rockwell). Foto:  dpa

Wenn die Eltern nichts taugen, schweißt das deren Kinder umso enger zusammen. Betty und Kenny sind so ein Geschwisterpaar. In ihrer gemeinsamen Kindheit sind sie durch dick und dünn gegangen, haben zusammen Süßigkeiten gestohlen und sind vor den Pflegeeltern davon gerannt.

Auch als Erwachsener zieht Kenny (Sam Rockwell) den Ärger nur so an. In einem Moment tanzt er mit seiner kleinen Tochter in der Kneipe, im nächsten schlägt er einen Typen zusammen. Kenny ist einer, dem man zu jeder Zeit alles zutraut.

Und so steht, als in der Nachbarschaft eine Frau ermordet wird, die Polizei vor der Haustür. Aber Kenny hat ein hieb- und stichfestes Alibi. So scheint es. Drei Jahre später jedoch nehmen ihn die Gesetzeshüter wieder fest. Die Unterlagen, die seine Unschuld beweisen könnten, sind verschwunden. Kenny wird vom Gericht Mitte der 80er-Jahre zu lebenslanger Haft verurteilt.

Keiner außer Betty (Hilary Swank) glaubt an seine Unschuld und sie setzt alles daran, ihn wieder aus dem Knast herauszuholen. Weil sie kein Geld für Anwälte hat, macht Betty ihren Collegeabschluss nach und nimmt selbst das Jurastudium auf. Nebenher arbeitet sie weiter als Kellnerin und zieht zwei Kinder groß. Der Durchbruch kommt mit der Einführung des DNA-Testes bei Gericht, wodurch das Verfahren wieder aufgerollt werden kann und Kenny nach 18 Jahren auf freien Fuß kommt.

Tony Goldwyn inszeniert sein Justizdrama „Betty Anne Waters“ als geradlinigen Gerechtigkeitskampf. Hilary Swank macht als tapfere Deklassierte eine gute Figur, auch wenn man sie ein wenig zu oft in dieser Rolle gesehen hat. Das Ganze beruht auf einem realen Fall, an dem der Film zu dicht dran bleibt, um zu einer prinzipiellen Kritik am US-Rechtssystem vorzudringen.

Genre. Justizdrama

Altersfreigabe: ab 12

Wertung: !!!::

www.hna.de/kino

Von Martin Schwickert

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