Sendung will raus aus dem Quotentief

„Germany’s Next Topmodel“ startet ins Staffel-Jubiläum

Bilden erneut die Jury: Modeexperte Thomas Hayo (von links), Supermodel Heidi Klum und Designer-Ikone Wolfgang Joop. Foto: pro 7

Kassel. Eine Teilnehmerin, die früher mal ein Mann war, gemeinsame Busreisen der Juroren und die vermeintlich schwierigsten Model-Aufgaben aller Staffeln.

Das sind nur einige Aspekte, die bereits im Vorfeld erahnen lassen, dass es bei Heidi Klums zehnter Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ turbulent zugehen wird. Und das muss es auch, schließlich erzielte die vergangene Staffel mit nur 8,7 Prozent Marktanteil die schlechteste Quote seit Serienstart im Jahr 2006.

Die Show 

Die Jury um Supermodel Heidi Klum sucht eine Kandidatin, die das Potenzial zum international gefragten Topmodel hat. Tausende Talente werden live gesichtet, ehe sich die Jury auf eine kleine zweistellige Anzahl festlegt, mit denen intensiver zusammengearbeitet wird. Wie bei allen Casting-Formaten schaffen es nur zwei ins Finale.

Die Jury 

Heidi Klum (41), Fashion-Ikone Wolfgang Joop (70) und Modeexperte Thomas Hayo (45) inszenieren sich in der zehnten Staffel mehr denn je. Sie fungieren als Juroren und Coaches – und sind in einem Bus durch Deutschland zu den Castings getourt. Dabei wurden spontane Stopps in diversen Städten eingelegt, ihr Zusammenleben auf engstem Raum gezeigt – und kleine Geheimnisse preisgegeben.

Das ist neu 

Bei den Castings in Köln und München kommen neue Schwierigkeiten auf die Bewerberinnen zu. Sie müssen auf einer Drehscheibe laufen und posieren. Und natürlich geht das auch mal nach hinten los. Zudem sind die Bedingungen verschärft worden. Heidi Klum kündigte an, dass sie die schwierigsten Shootings aller Staffeln neu aufgelegt und noch einer „oben drauf“ gesetzt werde. Zum ersten Mal nimmt eine transsexuelle Kandidatin teil. Die Berlinerin Pari (25) war bis vor sechs Jahren ein Mann, hat sich dann einer Geschlechtsumwandlung unterzogen und will nun das nächste „Topmodel“ werden.

Die Herausforderungen 

Überraschung: Kaum vorstellbar, aber die so frisch lächelnde Berlinerin Pari war bis vor Kurzem noch ein Mann. Foto: pro 7

Bleiben gleich. Die jungen Frauen werden in zahlreichen „Challenges“ vor beeindruckenden Kulissen weltweit gegeneinander antreten. Immer mit dem Ziel, ihr Talent als Model zu beweisen. Das ist aber nicht ganz so leicht: Denn es kommt vor, dass sie sich dafür von ihren langen Haaren trennen oder ihre Ängste – beispielsweise bei einem Schlangen-Shooting oder Aufgaben in luftigen Höhen – besiegen müssen. Tränen sind garantiert.

Der Sieg 

Wird nicht nur mit 100 000 Euro prämiert, sondern die Siegerin wird auf dem Titel des deutschen Frauenmagazins Cosmopolitan abgebildet und erhält einen Modelvertrag mit der Agentur „OneEins Management“, die Heidis Vater Günther Klum leitet.

Das Sprungbrett 

Lena Gercke hat die erste Staffel gewonnen und danach bewiesen, dass der Sieg als Sprungbrett zu einer erfolgreichen Karriere im Showgeschäft dienen kann. Die 26-jährige Verlobte von Fußballer Sami Khedira fasste neben dem Modeln auch im Fernsehen Fuß, saß in den vergangenen beiden Jahren in der „Das Supertalent“-Jury. Auch Rebecca Mir (Moderatorin), Micaela Schäfer (Nacktmodel) oder Fiona Erdmann (Moderatorin, Schauspielerin) sind bis heute erfolgreich. Doch das ist nur den wenigsten gelungen. Bei Jennifer Hof (Siegerin 2008) oder Lovelyn Enebechi (Siegerin 2013) ist der Ruhm schnell verblasst.

Die Kritik 

Gibt es reichlich. Die Vorwürfe lauten unter anderem, einen Abnehm-Wahn sowie den Hype um Mager-Models zu fördern und so die Gesundheit der Frauen aufs Spiel zu setzen. Die Teilnehmerinnen, mitunter über 20 Jahre alt, werden allesamt „Mädchen“ genannt, was im Vorjahr ein Grund war, weshalb in Köln gegen das Frauenbild der Sendung demonstriert wurde.

Von Nico Beck

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