Schöne Routine: Mark Knopflers neues Album „Privateering“

Das kann er einfach

Er entfaltet sich, wenn es ganz ruhig wird: Gitarrist Mark Knopfler hat ein abgeklärtes Doppelalbum vorgelegt. Foto: Universal

Während alle Welt immer noch auf eine Dire-Straits-Reunion wartet, scheint der ehemalige Band-Chef Mark Knopfler mehr und mehr in seiner langjährigen Solo-Karriere aufzugehen.

Man hört ja immer wieder, dass der 63-Jährige in sich selbst ruhe, jede Menge Spaß beim Musizieren habe und keine Lust auf eine Zusammenführung seiner alten Kollegen. Das bekräftigt der Mann auch immer wieder, und er hat ja recht: Musikalisch muss (sich) der Schotte nichts mehr beweisen, seine Schäfchen hat er ohnehin im Trockenen und die extrovertierte Rampensau war Knopfler sowieso nie. Mit dem Doppel-Album „Privateering“ unterstreicht er wieder einmal seine innere Ausgeglichenheit.

Seit 1996 veröffentlicht er in gemütlicher Regelmäßigkeit neue Alben, die in (Dire Straits-)Fankreisen weiterhin reißenden Absatz finden. Viele lieben sein introvertiertes Auftreten und wissen zu schätzen, was sie an dem Gitarristen haben. Er ist nach wie vor einer der besten seiner Zunft, auch wenn die markanten Licks und Twangs aus den Zeiten seiner Ex-Band nicht mehr so im Vordergrund stehen.

Freilich erinnern einige Momente auf seinem nunmehr siebten Solo-Ausflug „Privateering“ - seinem ersten Doppel-Album überhaupt - an die alten Zeiten. So zum Beispiel, wenn sich Knopfler in „Corned Beef City“ und „I Used To Could“ dem stoisch groovenden Swing seiner vergangenen Tagen annähert. Die richtige künstlerische Entfaltung erfährt Knopfler aber eigentlich erst dann, wenn es ganz ruhig und relaxt wird.

Wenn er mit seiner Backing-Band einfach gemütlich dahin flirrt und den „Dream Of The Drowned Submariner“ beschreibt, den „Redbud Tree“ besingt und sich in fließende Blues- und Folk-Schemata vertieft: Dann scheint die Welt für einen kurzen Moment stillzustehen. Das kann der Gitarrist, das macht er schon lange und das macht er immer noch ganz wunderbar.

Wer trotz der immensen Spielzeit von 90 Minuten von „Privateering“ nicht genug bekommen kann, darf sich gerne die Deluxe-Version oder - noch besser - die Super Deluxe-Edition zulegen. Letztere beinhaltet neben den obligatorischen Bonussongs auch noch das Album auf Vinyl, eine Dokumentation auf DVD, einen Kunstdruck und eine Option auf einen Download eines Live-Konzertes. (tx)

Mark Knopfler: Privateering (Mercury - UID/Universal), Wertung: !!!!:

Von Constantin Aravanlis

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