Nach 45 Sekunden bei „Wer wird Millionär?“ gescheitert

„Es kann jedem passieren“: Ex-Kandidat über die 50-Euro-Pleite bei Günther Jauch

Schrieb TV-Geschichte bei „Wer wird Millionär“: Die 20-jährige Studentin Tanja Fuß aus Aachen vergeigte als erste Kandidatin überhaupt bereits die erste Quiz-Frage in der Show mit Günther Jauch und musste mit leeren Händen den Heimweg antreten. Foto:  rtl

Tanja Fuß muss derzeit sehr stark sein: Ihre Pleite bei "Wer wird Millionär?" bringt ihr viel Spott ein. Wir sprachen mit einem Ex-Kandidaten über die Angst vor der Blamage.

Mächtig viel Spott und Häme muss derzeit die 20-jährige Studentin Tanja Fuß aus Aachen über sich ergehen lassen. Bei der RTL-Quizshow „Wer wird Millionär?“ scheiterte sie am Montagabend bereits an der ersten Frage und hatte schon nach 45 Sekunden Spieldauer mit null Euro und vier ungenutzten Jokern den beliebten Rate-Stuhl gegenüber von Günther Jauch zu räumen.

Mit ihrer Pleite schrieb die 20-jährige Kandidatin TV-Geschichte und sorgte für ein großes Echo in den sozialen Netzwerken und Medien: Denn in den 16 Jahren seit Bestehen der Sendung hat es nach RTL-Angaben so etwas noch nie gegeben. Kein Kandidat sei bisher bereits an der ersten Frage gescheitert.

Joachim Telgenbüscher

Auch der 33-jährige Joachim Telgenbüscher aus Hamburg war schon einmal Kandidat bei „Wer wird Millionär?“ Das war 2005. Er war 23 Jahre alt und räumte 32.000 Euro ab. Als er am Dienstagmorgen von der Nullnummer der 20-jährigen Kandidatin hörte, kam ihm sogleich seine eigene Quiz-Teilnahme in Erinnerung und wie es sich angefühlt hatte, auf dem Stuhl zu sitzen. „Ich war sehr aufgeregt und hatte echt Schiss. Plötzlich wurde mir schlagartig klar, dass ich mich blamieren kann“, erzählt Telgenbüscher, der als Redakteur des Geschichtsmagazins „Geo Epoche“ tätig ist.

Natürlich habe er vor seiner Teilnahme fleißig vor dem Fernseher und im Internet mitgespielt und mitgeraten, doch sei das längst nicht mit dem Gefühl von Angst und Anspannung zu vergleichen, das einen besonders in den ersten Minuten der Show überkommt. Dieses Gefühl hielt bei ihm bis zur ersten Sicherheitsstufe von 500 Euro an. „Da kam erst der Spaß an der Sache, weil ich mir dachte: Mit 500 Euro gehst du sicher nach Hause und wirst nicht am nächsten Tag durch die Medien geprügelt.“ Er hätte Fuß geraten, bei den ersten Fragen besonders vorsichtig zu sein und sich Zeit zum Nachdenken zu nehmen. Und bei großer Unsicherheit sei es gar nicht schlimm, schon früh einen Joker zu verballern: „Denn vorbereiten kann man sich nicht wirklich auf solche Situationen. Jeder kann mal einen Blackout haben.“

Diese Erfahrung musste auch Barbara Kleppe aus Gudensberg machen, als sie 2003 bei „Wer wird Millionär“ antrat. Bei der 200-Euro-Frage „Wie heißt der Präsident von Südkorea? A: Roh, B: Tiefgekühlt, C: Gekocht, D: Frittiert“ stand die damals 53-Jährige völlig ratlos da. Schließlich ließ sie sich vom Publikum helfen, das ihr A als richtige Antwort nannte.

Dass nun Fuß so viel Spott kassiert, kann Telgenbüscher nicht nachvollziehen: „Es kann jedem passieren.“ Auch der Prominenz, wie der Sportmoderator Waldemar Hartmann 2013 unter Beweis stellte. Als Telefon-Joker vergaß er doch glatt, dass Deutschland 1974 im eigenen Land Weltmeister wurde. „Den meisten passiert das halt zu Hause und nicht vor einem Millionenpublikum“, erklärt Telgenbüscher den kleinen, aber feinen Unterschied.

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