Soiree für die Barockoper „Griselda“

Im Karussell der Affekte

KASSEL. Alessandro Scarlatti (1660-1725) war der große Vater eines großen Sohnes. Wie der Tastenzauberer Domenico Scarlatti bereicherte er die Barockmusik - allein mit 114 Opern. Im Barock findet man viel vom eigenen Zeitgeist: Affekte, Stilisierung, Glamour. So werden auch Alessandro Scarlattis Meisterwerke neu belebt. Am 18. Februar feiert seine letzte Oper „Griselda“ Premiere am Staatstheater Kassel.

Ein „barockes Juwel“ nannte die Operndirektorin und leitende Musikdramaturgin, Dr. Ursula Benzing, das Werk bei der Einführung im gut besuchten Opernfoyer. Aufregendes lässt die Handlung erwarten: Griselda war Schäferin vor der Hochzeit mit dem König Gualtiero. Dem Volk missfällt ihre niedere Herkunft. Gualtiero setzt seine Ehefrau den grausamsten seelischen Prüfungen aus - um ihre Würde zu beweisen.

Mit ihrem Enthusiasmus machten Regisseur Stephan Müller und Dirigent Prof. Jörg Halubek zusätzlich neugierig. Müller wies auf das japanische Kabuki-Theater als ein Vorbild für seine Regie hin. Und nannte die Arbeiten des Modedesigners Alexander McQueen als wichtige Inspiration für die Kostüme.

Halubek spielte virtuos Cembalo und klärte Fachbegriffe, die mitten in die barocke Ausdruckswelt führten. Etwa „Acciaccatura“ (italienisch: Quetschung, Zusammenschlag). Gequetschte, dissonante Akkorde kommen dann vor, wenn die Figuren besonders leiden. Barockopern sind ein Karussell der Affekte - hier von der Mezzosopranistin Ulrike Schneider (Roberto), dem Altus Igor Durlovski (Gualtiero) und der Sopranistin Lin Lin Fan (Costanza) hörbar gemacht.

Kostprobe: 14. Februar, 19 Uhr Opernhaus. Premiere: 18. Februar 19.30 Uhr, Opernhaus.

Von Georg Pepl

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