Ausstellung der documenta-Werke in der Neuen Galerie

Beliebtes d13-Werk: "Video Walk" kehrt zurück

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Lange Schlangen: Viel Geduld war während der d13 im Kulturbahnhof nötig, ehe man ein Abspielgerät ausleihen konnte.

Kassel. Wenn am Freitag in der Neuen Galerie die Ausstellung der documenta-Erwerbungen öffnet, wird einer der jüngsten Ankäufe nicht dabei sein: der „Alter Bahnhof Video Walk“ von Janet Cardiff und George Bures Miller, eine der beliebtesten Arbeiten der d13.

Das Kunstwerk ist ortsgebunden: Der 26-minütige Rundgang mit einem Abspielgerät, bei dem sich Kommentar, Bilder auf dem Bildschirm und Realität auf aufregende Weise mischen, hat nur im Kulturbahnhof Sinn. Eine Ausleihe während der Sonderausstellung ist nicht vorgesehen.

Am bisherigen Standort, dem Offenen Kanal, aber wird der Video Walk ab Sonntag, 3. Februar, 11.30 Uhr, möglich sein. Dort wird Ulrike Ortwein, ein „Worldly Companion“ der d13, künftig an jedem ersten Sonntag im Monat um 11.30 Uhr sowie im Sommer donnerstags um 17 Uhr Führungen anbieten. Das teilte Kulturamtsleiterin Dorothee Rhiemeier auf HNA-Anfrage mit.

Federführend ist das Stadtmuseum. Die Stadt hat auch die Vereinbarung mit dem Offenen Kanal in die Wege geleitet. Das erstaunt, weil für die Betreuung der städtischen Kunstsammlung die Neue Galerie als Einrichtung der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) verantwortlich ist.

Dem Ankauf des Werks von Cardiff/Miller jedoch habe die MHK nicht zugestimmt, wie Rhiemeier erklärt. MHK-Direktor Prof. Dr. Bernd Küster habe wegen Bedenken, der organisatorische und personelle Aufwand sei zu hoch, sein Einverständnis verweigert. Das allerdings zu einem Zeitpunkt, als dessen Popularität noch nicht zu erahnen war.

Die Ankaufskommission habe sich - um Preissteigerungen durch die Ausstellung zuvorzukommen - sehr früh mit Vorschlägen der künstlerischen Leitung beschäftigt und auf Erwerbungen festgelegt. Dieses Vorgehen widerspreche dem Vertrag von Stadt und Land, räumt Rhiemeier ein. Der müsse ohnehin überarbeitet werden, weil er für Schenkungen keine Regelungen vorsehe.

Obwohl die MHK es abgelehnt habe, den Video Walk in die Sammlung aufzunehmen, habe der Magistrat dem Ankauf zugestimmt. Und zwar einzig mit Geld der Stadt. Insgesamt haben die Stadt 386 000 und das Land 200 000 Euro für d13-Erwerbungen ausgegeben.

Für Dorothee Gerkens, Leiterin der Neuen Galerie, handelt es sich gleichwohl auch beim Video Walk um eine „Kooperation“. Allein organisatorische Gründe hätten zu der jetzigen, praktikablen Lösung geführt. „Inhaltliche Beweggründe gab es nicht“, sagt Gerkens. „Die Arbeit ist sehr gut.“

Ausleihgebühr und Teilnahmekosten betragen fünf (ermäßigt drei) Euro. Ein Personalausweis ist mitzubringen. Anmeldungen (auch von Gruppen zu individuellen Terminen) ab sofort unter Tel. 787-1400 oder stadtmuseum@kassel.de

Von Mark-Christian von Busse

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