Mehr als ein Lückenfüller: Kasseler Rapper Jaison Burn sucht bundesweiten Erfolg 

Im Klangkeller: Rapper Jaison Burn bastelt seine Beats. Foto: Buchheit

Kassel. Jaison Burn, so nennt sich der Kasseler Rapper, der mit bürgerlichem Namen Igor Kamens heißt. Anfang dieses Jahres erschien sein Mixtape „Lückenfüller“. Das Tape behandelt die Themen Unabhängigkeit und Freiheit. Doch wer ist dieser Jaison Burn eigentlich, wieso nennt er sich so? Und welche Lücke füllt dieses Tape?

Burn ist 25 Jahre, ledig, und trägt seinen Spitznamen aus einer Zeit, als er noch regelmäßig Cannabis konsumierte. Jaison Burn bedeutet folglich „Der Joint brennt“. Den Drogenkonsum hat er abgelegt, den Namen aber beibehalten. Das klingt ein bisschen nach Widerstand, aber auch nach Tradition. Man könnte sagen, er steht für beides.

Seit 1992 lebt Burn nun in Kassel. Ursprünglich als Russlanddeutscher aus Kasachstan eingewandert, machte er den Hauptschulabschluss und absolvierte eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker. Heute arbeitet er wöchentlich zehn bis zwölf Stunden bei einem Sicherheitsdienst.

Seine Leidenschaft für Rap entdeckte er Ende der Neunziger. Rap kann auch Widerstand bedeuten, und Burn kritisiert in seinen Texten oft die gesellschaftlichen Verhältnisse. Er weiß, wovon er redet: Burn war selbst monatelang arbeitslos und fühlte sich den Launen der Arbeitsagentur ausgesetzt.

Die Tradition, Musik zu machen, übernahm er von seinen Eltern. Die hatten eine klassische Musikausbildung genossen, und so lernte auch Jaison das Klavierspielen. Da ist es nicht verwunderlich, dass er zur Selbstverwirklichung den Weg über die Musik wählte.

Burn schaffte es bis ins Finale der SAE-Jamsession, einem bedeutenden Wettbewerb der Rapszene. Das war einmalig für einen Kasseler, und im Gespräch merkt man seinen Stolz. Wo das Mixtape wirklich noch den Charakter eines Lückenfüllers hat, klingt der neue Song „Heute wie gestern“ sehr professionell und veröffentlichungswürdig.  Burn will keinen Gangsterrap und schon gar keinen Spaßrap machen. Seine Texte sind nachdenklich, bisweilen melancholisch, fordern auch zu Mut und Zivilcourage auf. Und so erscheint auch er selbst als ein nachdenklicher und besonnener Charakter, der sich mit dem Klangkeller hinter dem Kulturbahnhof auch einem sozialen Projekt verschrieben hat. Hier können Musikbegeisterte jeden Alters für wenig Geld Proberäume und Ausrüstung zum Musizieren nutzen. Das müsste mehr gefördert werden, meint Burn.

Sein neues Album erscheint Ende dieses Jahres. Zu hören sind neben Burn unter anderem die Rapper Meyleoh und Rano, der ehemalige Kopf der Stammtisch-Crew.  Das Mixtape „Lückenfüller“ gibt es als Download kostenlos im Internet: http://www.myspace.com/jaisonburn

Von Dominik Bucheit

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