Kassel feiert Glück: Ausstellungen zum 70. Geburtstag

Aktuelles Gerhard-Glück-Werk: „Die Plumpels können nicht fassen, was die Krise in Griechenland alles ruiniert hat.“ Foto: Caricatura

Kassel. Die zweite Jahreshälfte 2014 wird im Zeichen des 70. Geburtstags des Kasseler Künstlers Gerhard Glück am 13. Juli stehen. Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) und Caricatura wollen den Cartoonisten mit aufeinander abgestimmten Ausstellungen würdigen.

„Wir wollen gemeinsam ins Bewusstsein der Stadt rücken, dass einer der führenden Meister der Komischen Kunst in Kassel beheimatet ist“, sagt Caricatura-Geschäftsführer Martin Sonntag. Und Prof. Dr. Bernd Küster, Direktor der MHK, freut sich, dass er Glücks künstlerische Auseinandersetzung mit Kunst genau dort zeigen kann, wo dessen Interesse seinen Anfang genommen hat: im Museum im Schloss auf der Wilhelmshöhe.

„Er ist immer noch Dauergast bei uns“, sagt Küster, und finde immer neue Nahrung für seine humorvollen Bilder: „Er blickt nicht nur auf die Alten Meister, Glück schaut auf die Besucher.“ Daraus entstanden Persiflagen von berühmten Künstlern wie Munch oder Vermeer, aber auch feine Beobachtungen von Menschen im Museum - wie im Bildband „Glück. Komische Kunst“. Seine Cartoons zur Kunst werden ab Herbst im Schloss gezeigt.

Küster, der die „bestechende Qualität“, die „Perfektion im kleinen Format“ von Glücks Arbeiten rühmt, ist froh, nach Wilhelm Busch einen weiteren Meister des Komischen zeigen zu können. Anders als in Oldenburg, wo er zuvor Museumsleiter war, kann Küster nämlich in der Caricatura-Stadt Kassel ansonsten nicht in „fremden Gewässern fischen“ und seiner Affinität zu Komischer Kunst allzu intensiv nachgehen.

Gerhard Glück

In der Caricatura soll bereits ab Mitte Juli der ganze Glück gezeigt werden - von den ersten Illustrationen für die damalige „Hessische Allgemeine“ über Objekte und Fotos bis zu aktuellen Arbeiten, wie sie in der bis zum 23. Februar verlängerten Ausstellung „Beste Bilder“ zu sehen sind.

Deutlich werde in der Doppel-Ausstellung auch, so Sonntag, auf welcher Ausbildung und intensiver Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte die „fundierte klassische Arbeitsweise“ des Trägers des Deutschen Karikaturenpreises und langjährigen Kunsterziehers am Goethe-Gymnasium fußt: „Das ist selten geworden.“

Von Mark-Christian von Busse

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