In Kassel gefeiert: Der Singer-Songwriter Micha Meißner alias Mister Me

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Intensiver Dialog mit dem Publikum: Mister Me in Kassel.

Kassel. Als Micha Meißner aufgrund einer Autoimmunerkrankung im Teenageralter die Haare ausfielen, stand er am Scheideweg seines noch jungen Lebens. Er begann zu texten, zu singen und fand damit zu einem Halt und Sinn, der ihn bis heute trägt.

Mister Me nennt sich der heute 26-jährige Wahlberliner, wenn er mit seiner Band auf der Bühne steht – am Mittwoch im gut gefüllten Schlachthof.

Meißner ist ein sympathischer, offener und gefühlvoller Typ, zudem ein Energiebündel, dem das Herz stets auf der Zunge liegt: „Boah, wir sind heute zum ersten Mal in Kassel und es ist so voll, schööön, geil“, freut er sich und schickt das lautstark in den Saal. Im Nu erobert er die Besucher mit seiner offenen Art, seinen kraftvoll gesungenen und sensibel getexteten Liedern.

Zuvor hatte die Gruppe „Poems For Jamiro“ – die Sängerin und Keyboardspielerin Nina Müller und die finnische Geigerin und Sängerin Laila Nysten – mit gefühlvollen Stücken ebenfalls begeistert.

Die Musik von Mister Me – neben Micha Meißner mischen auch Daniel Schulert (Gitarre), Artur Kühlfuß (Keyboard), Benjamin Oppermann (Bass) und Lars Watermann (Schlagzeug) mit – lebt von Meißners Texten und seiner markanten Gesangsstimme, die an den legendären Rio Reiser und an Herbert Grönemeyer erinnert. Die meisten Lieder kommen vom aktuellen Album „Nackt“.

Bei den Texten geht es um Sinnsuche, um Halt, Richtung und Liebe. „Ich habe Lust zum Atmen“, singt Meißner und fordert dazu auf, nicht träge rumzuhängen, sondern sein Leben zu „befeuern“. Auch der Umgang miteinander beschäftigt ihn: „Warum ergreifen wir die Flucht und gehen gemeinsam aneinander vorbei?“

Musikalisch kommen die Stücke für einen Singer-Songwriter recht wuchtig und rockig. Meißner hält es dabei nicht auf der Stelle. Er tanzt, springt und vergießt Schweiß in Strömen. Mit den Besuchern tauscht er sich so herzlich aus, als wären nur beste Freunde da. Das Publikum feiert ihn, seine Musik und die Band. Erst nach zwei Zugaben ist Schluss.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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