„Am Rande des Erträglichen“

Joko und Klaas: „Nicht mit Kindern schauen“ - Bewohner berichten aus Flüchtlingslager Moria

Joko und Klaas machen auf Pro7 auf die dramatischen Zustände im Flüchtlingslager Moria aufmerksam - und warnen: „Nicht mit Kindern schauen“.

  • Joko und Klaas haben 15 Minuten Sendezeit bei ProSieben gewonnen.
  • Damit machen sie auf die Zustände im Flüchtlingslager Moria aufmerksam.
  • In dem Flüchtlingslager kam es zuletzt zu einem verherenden Brand.

Kassel - Die Fernsehmoderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf haben am Dienstag (15.09.2020) erneut die Show „Joko & Klaas gegen ProSieben“ gewonnen. Damit haben sie sich 15 Minuten freie Sendezeit erspielt. In der Vergangenheit nutzten sie die Viertelstunde, um auf Themen wie Sexismus und Verschwörungstheorien aufmerksam zu machen. Dieses Mal widmeten sie ihre Reichweite zur Primetime am Mittwoch, 16.09.2020, dem griechischen Flüchtlingslager Moria.

Erst in der vergangenen Woche war Moria in den Schlagzeilen. Das Camp, in dem mehr als 12.000 Menschen leben, wurde durch ein großes Feuer dem Erdboden gleichgemacht. Die dramatische Lage rief in vielen Städten Proteste hervor. Auch in Kassel wurde eine Demonstration angekündigt.

Joko und Klaas beginnen mit Warnung: Aufnahmen aus Moria nicht für Kinder geeignet

Bereits über drei Millionen Menschen haben das 15-minütige Video auf Instagram gesehen. Doch bevor Joko und Klaas den Film „A Short Story of Moria“ abspielten, warnen die Fernsehmoderatoren ausdrücklich die Zuschauer: „Bitte nicht mit Kindern schauen.“* Vor allem für Kinder seien die 15 Minuten nicht geeignet. Die Bilder seien „am Rande des Erträglichen“, erklärte Klaas in seiner Anmoderation am Mittwochabend.

Joko und Klaas machen auf Zustände im Flüchtlingslager Moria aufmerksam. (Symbolbild)

In dem Film schildert der 21-jährige Milad Ebrahimi aus Afghanistan, unter welchen Bedingungen er nach Moria kam und wie die Zustände in dem Lager aussehen. Seit Januar sei er auf der griechischen Insel Lesbos. „Es war der größte Fehler meines Lebens, dass ich auf diese Insel gekommen bin.“

FlüchtlingslagerMoria
InselLesbos
Kapazität2.800 Menschen
EröffnungSeptember 2013

Joko und Klaas: Ein Geflüchteter mit Bericht über Zustände in Moria

Insgesamt drei Versuche habe er gebraucht, um nach Europa zu kommen. Als er es schließlich nach Lesbos geschafft habe, hätten er und die anderen Geflüchteten gehofft, dass „es einfach nur zu Ende ist.“ Doch die Zustände im Camp und der Dreck seien enttäuschend gewesen.

Europas größtes Flüchtlingslager Moria befindet sich im Landesinneren auf der Insel Lesbos. Ursprünglich war das Lager für 2.800 Menschen ausgelegt. Zeitweise lebten hier 20.000 Menschen (März 2020). Das Camp ist überfüllt. Handyvideos im Film von Joko und Klaas zeigen die Wohnsituation in provisorischen Zelten, die schlimmen Zustände in den sanitären Anlagen und die mangelnde Versorgung.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Am 8. September ist ein Feuer in #Moria ausgebrochen. Seit dem Feuer haben sich für die dort untergebrachten 13.000 Menschen die ohnehin schon schrecklichen, unwürdigen Lebensumstände dramatisch verschlechtert. Bereits vor dem Brand standen wir mit Bewohner*innen und Helfer*innen des Camps in Kontakt, um für diese 15min zu recherchieren. So haben wir auch Milad kennen gelernt. Er ist 21 Jahre alt und wohnt seit Januar in Moria. Er hat uns per Video-Call seine Geschichte erzählt. Vielleicht können diese 15min ein Stück dazu beitragen, dass zukünftig mehr Menschen Bescheid wissen, wenn man den Begriff Moria hört oder liest. Das ist „A short story of Moria“ #MoriaStory #JKLive

Ein Beitrag geteilt von Joko & Klaas (@jokoundklaas) am

15 Minuten bei ProSieben: Brand in Moria wird von Joko und Klaas zum Thema gemacht

Auch den Brand am Mittwoch, 09.09.2020, thematisieren Joko und Klaas. Verschiedene Videoausschnitte zeigen das Feuer, dass das Lager nahezu vollständig zerstörte. Die Ursache ist noch nicht abschließend geklärt. Wie tagesschau.de berichtet, wurden inzwischen sechs mutmaßliche Brandstifter festgenommen. „Die Brandstifter sind festgenommen. Es sind junge Migranten“, teilte der griechische Minister für Bürgerschutz, Michalis Chrysochoidis, mit.

Während des Brandes versuchten Menschen aus dem Lager Moria zu fliehen. Allerdings sollten griechische Behörden die Fliehenden daran hindern. Sie sperrten Straßen ab und schossen Tränengas in die Menge. In den Aufnahmen von Joko und Klaas sind auch Familien und viele weinende Kinder zu sehen.

Joko und Klaas: Videoaufnahmen in Moria ohne Quellen

Das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos wurde durch das Feuer zerstört.

Nur wenige Videoausschnitte sind mit Quellen versehen. Die Echtheit der Aufnahmen lässt sich daher kaum prüfen. Auch Vertreter der griechischen Behörden kommen nicht zu Wort. Die dramatischen Szenen in dem Film haben aber vor allem dem Anspruch, auf die Zustände in Moria aufmerksam machen.

„Wir wollen, dass zukünftig jeder weiß, welche Zustände mitten in Europa existieren“, betonte Joko. „Vielleicht können diese 15 Minuten ein Stück dazu beitragen, dass mehr Menschen Bescheid wissen, wenn man den Begriff ‚Moria‘ hört oder liest“, ergänzte Klaas. (Karolin Schaefer) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © Petros Giannakouris/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.