Der Mensch muss raus: Verreisen mit Bernd Gieseking

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Mit Mückenschutz auf der Bühne: Kabarettist Bernd Gieseking.

Kassel. „Der Mensch muss raus. Dass Sie heute Abend hier sind, ist ein Anfang“, sagt Bernd Gieseking zu den 130 Besuchern in der ausverkauften Galerie Caricatura im Kulturbahnhof. „Auch Wohnungen haben ein Recht auf Erholung“, meint er.

Zwischen Neckermännern und -frauen fliegt der Kabarettist in seinem Programm „Hin und weg - zwischen Heimweh und Reisefieber“ nach La Gomera, dem Eiland der alleinerziehenden Mütter, das laut Meike aus Wuppertal auf einem Bergkristall steht. 26 Jahre später kehrt er mit neuer Freundin dorthin zurück und landet diesmal mitten in der Wandervogelbewegung.

Tapfer kämpft er mit Glatzenbrand, Mücken und Fahrkartenautomaten, die den Blutdruck erkennen, forscht nach Rotbauchunken und findet unbekannte lebende Kulturen nach der Rückkehr im heimischen Kühlschrank vor.

Mit Mutter Ilse und Vater Hermann geht es zum Bruder, zu Axel, vielmehr zu Axeli, wie es in Finnland heißt. „Der Saunabau ist der Balzakt des finnischen Männchens“, verrät der Vertreter der Generation Tipp-Ex. Wenn in der Arktis, wo es sogar Mindener Marken-Filtertüten gibt, ein Eisbär auftaucht, empfiehlt er, etwas zu sagen und die Arme über dem Kopf zu bewegen. „Das ist robben-untypisch.“

Während die Freundin Schrankkoffer packt, obwohl sie doch nichts anzuziehen hat, schwankt Giesekings Reisewaage so bedenklich auf und ab wie seine Kabine. Macht nichts, schließlich trägt ein Bauchträger in Asien ja ein Glückssymbol mit sich herum.

„Früher habe ich mich im Ausland von Westerwelle erholt, jetzt reist er mir ständig nach“, klagt der 53-Jährige, der bereits an seinem 19. satirischen Jahresrückblick „Ab dafür!“ arbeitet. Als Vorschuss forderte das Publikum zwei Zugaben ein.

www.bernd-gieseking.de

Von Bettina Wienecke

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