Fridericianums-Leiterin Susanne Pfeffer kuratiert deutschen Pavillon bei Kunstbiennale 2017

Aus Kassel nach Venedig

Schlange stehen für Kunst: Besucher vor dem deutschen Pavillon der Biennale in Venedig. Foto: dpa

Kassel/Venedig. Wie sich Deutschland gegenüber der internationalen Kunstwelt präsentiert, wird im Jahr 2017 noch mehr von Kassel geprägt sein. Nicht nur findet im Sommer in der nordhessischen Metropole die documenta 14 statt. Gestern ist zudem vom Auswärtigen Amt bekannt gegeben worden, dass die Leiterin des Kasseler Fridericianums, Susanne Pfeffer, bei der Kunstbiennale in Venedig den deutschen Pavillon kuratieren soll.

Pfeffers Blick auf aktuelle Künstler wird also als zugleich repräsentativ und richtungsweisend empfunden. Mit ihrer bundesweit beachteten Arbeit in der Kasseler Kunsthalle hat sie eine überzeugende Visitenkarte abgegeben.

Pfeffer wird von Frank-Walter Steinmeier berufen, der Außenminister orientiert sich an der Empfehlung einer Kommission aus Kunst-Fachleuten, wie gestern über eine Pressemitteilung verbreitet wurde.

In einer ersten Stellungnahme sagte Susanne Pfeffer: „Ich freue mich sehr über die Wertschätzung für unsere Arbeit.“ Zeitlich passe die Berufung gut, da im Jahr 2017 durch die documenta, die dann traditionell ins Fridericianum einzieht, für sie in Kassel nicht so viel zu tun sei.

Das Auswärtige Amt fördert den deutschen Beitrag im „erheblichen Umfang“, wie es heißt. In diesem Jahr war der Pavillon von Florian Ebner kuratiert worden, er zeigte Beiträge der Künstler Olaf Nicolai, Hito Steyerl, Tobias Zielony, Jasmina Metwaly und Philip Rizk. 2011 hatte Deutschland den Goldenen Löwen der Schau für seinen Pavillon mit Arbeiten von Christoph Schlingensief gewonnen.

Der 1909 errichtete und 1938 von Ernst Haiger im Stil der Nazi-Architektur umgebaute Pavillon am Ausstellungsstandort Giardini mit seinem Schriftzug „Germania“ über dem Portal wurde wiederholt zum Ort der Reflektion über deutsche Geschichte. Es ist nicht leicht, wie Kunstleute immer wieder feststellen, in einem derartigen Gebäude Positionen zur aktuellen Kunst zu platzieren.

Von Bettina Fraschke

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