Seemannsromantik: Santiano enterten die Kasseler Stadthalle

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Volle Kraft voraus: Axel Stosberg (von links), Hans Timm Hinrichsen, Björn Both, Peter Sage und Dirk Schlag.

KASSEL. Der Klang von Wind und Meer, ein höllisch lautes Nebelhorn. Eine tiefe Männerstimme erzählt von einer fürchterlichen Nacht mit mächtigen Blitzen - so beginnt das Konzert der Band Santiano.

Der Mann spricht von einem Sturm, der fremde Schiffe auf das schroffe Riff einer gottverlassenen Insel mitten im großen, weiten Ozean warf. Nur der beste Mann von jedem Schiff habe überlebt. Aus den Trümmern bauten sie ein neues Schiff - die Santiano.

Die Band, die nach diesem pathetisch witzigen Vorspann leibhaftig die Bühne der sehr gut gefüllten Kasseler Stadthalle entert. Schlagzeug und Pauken hämmern einen brachialen Rhythmus zum Mitklatschen. Und dann sind da diese Stimmen, die so klingen, als wäre schon die eine oder andere Portion Rum die Kehlen runtergeronnen.

Mit ihrem Mix aus verschiedenen Genres vom Irish Folk bis zu rockigen Songs segelt die Gruppe aus dem Raum Flensburg auf Erfolgskurs. Santiano (der Name leitet sich von einem Shanty ab) wurde vor knapp einem Jahr gegründet und hat mit dem Album „Bis ans Ende der Welt“ die Charts gestürmt. Seemannsromantik zahlt sich aus.

In diesem Fall ist es eine besonders verwegene Variante der Seemannsromantik. Auch deswegen, weil Frontmann Björn Both in seinen Ansagen manchmal so beängstigend brüllt wie ein Metal-Sänger. Die anderen Santianos beim Kasseler Auftritt sind Axel Stosberg, Hans-Timm Hinrichsen und der Geiger Peter Sage.

Dazu gesellen sich vier Gastmusiker, darunter eine blonde Maid, die bei der gefühlvollen David-Balfour-Melodie den weiblichen Gegensatz zu so viel rauer Männlichkeit bildet. Eine Klasse für sich ist der Schlagzeuger Marco Moeller, der ein mitreißendes Rock-Solo trommelt.

Bei den Fans herrscht beste Laune. Alle sind nach knapp zwei Stunden auf den Beinen, als die Band sich verabschiedet, um ins Abendrot zu fahren: „Die Tränen sind salzig und tief wie das Meer, doch mein Seemannsherz brennt lichterloh.“

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