Konzert-Kritik

Rap ohne Schnickschnack: Savas und Sido in der Eissporthalle

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Links die „Hit-Maschine“, rechts der „King of Rap“: Sido (links) und Kool Savas während ihrer rund eineinhalb Stunden in der Eissporthalle.

Kassel. Die beiden Rapper beendeten ihre „Royal Bunker“-Tour zum gleichnamigen Album am Sonntagabend in Kassel.

Kool Savas. Sido. Namen, die seit Jahren Gewicht haben im Deutschrap. Nach wie vor. Groß war das „Oha“, als sie verkündeten, sie hätten gemeinsam ein Album aufgenommen. „Royal Bunker.“ Eine Reminiszenz an den ehemaligen Berliner Szenetreff. In der Eissporthalle beendete das Duo am Sonntagabend seine Tour. Savas und Sido. Eine Bühne. Flammenwerfer.

„Zwei der Besten, die es je taten/ Zwei der Besten, die je gelebt haben.“ Savas und Sido, große Egos. Das weiß man nicht erst seit dem neuen Album. Dazu diese Bühne, ja, wirklich, mit Flammenwerfern. Diese riesigen Stufen, wie eine Pyramide, oben der DJ, neben ihm die Rapper. Nebelmaschinen. Sido mit Sonnenbrille, Savas in Camouflage-Jacke. Im Rücken LED-Screens. Pathos. Passt.

Erfrischend geradeaus

Klar, hier geht’s um diese Typen. Die man einfach mal gesehen haben will. Das sagen nicht wenige derer, die unter den rund 3000 Menschen in der nicht ganz ausverkauften Eissporthalle sind. Und, natürlich: Die alten Hits sollten bitte auch nicht fehlen.

Tun sie nicht. „Mein Block“, „Schlechtes Vorbild“ (Sido), „LMS“, „Rhythmus meines Lebens“ (Savas) – alles dabei, bejubelt, dazwischen Songs des neuen Albums.

Die kommen reduziert daher. Das kann man eintönig finden, ist aber erfrischend geradeaus. Während deutscher Hip-Hop 2018 durch Auto-Tune lebt (oder stirbt), beschränken sich Savas und Sido aufs Wesentliche.

Harmonierende Rapper

Zwei Stimmen, die harmonieren, drei Background-Sänger, die gut ergänzen, dazu drückende Bässe, die durch die Eissporthalle rumpeln – die ihrerseits, so kühl sie ist und so unterkühlt sie wirkt, der perfekte Ort dafür ist. Musik ohne Schnickschnack. Nur Rap.

Auffällig: Bei den alten Songs sind es die Handys, die oben sind. Man will das ja auch irgendwie festhalten. Savas und Sido! Bei den neuen Songs sind es die Hände.

Dass Kool Savas einer der Besten der Szene ist, das weiß man. Dieser Flow, bei „Neue Welt“ etwa. Die Menschen zu den Füßen des „King of Rap“ huldigen ihm. Und dass Sido weniger Techniker als poppige „Hit-Maschine“ ist (Zitat: Savas), ist auch klar.

Er ist die Helene Fischer des Deutschrap: Viele lieben ihn, viele hassen ihn, aber alle können mitsingen. An diesem Abend ist es natürlich Liebe, Hunderte rappen mit. Dann etwa, wenn Sido ins Publikum geht, auf ein kleines Podest steigt und die Menge „Mein Block“ grölt.

Fans der alten Schule

Viele hier haben die beiden auf gebrannten CDs kennengelernt, damals, als Hosen nicht tief genug hängen konnten. Sie sind mit den Rappern älter geworden, die Hosen enger.

Manche haben ihre Kinder dabei, die jünger zu sein scheinen, als die ersten Alben der beiden alt sind. Es ist der Fanta 4-Effekt – nur cooler.

Als dann zur Zugabe das neue „Jedes Wort ist Gold wert“ durch die Halle rauscht, mit Piano-Sample der alten Schule, ist das wie ein Resümee. Savas kann rappen, Sido kann Ohrwürmer.

Kool Savas und Sido in der Kasseler Eissporthalle: Das Konzert in Bildern

Savas & Sido in der Eishalle 09.09.2018Foto: Schachtschneider
 © Schachtschneider
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