Das Schönste der Stadt Kassel

Was man in Kassel unbedingt gesehen haben sollte

Die drittgrößte Stadt Hessens hat viel zu bieten: Kassels Sehenswürdigkeiten sind eingebettet im UNESCO-Weltkulturerbe und laden zum Entdecken ein.

  • Kassel als weltbekannte documenta Stadt ist mit dem deutschen Städte-Baupreis prämiert
  • Die Altstadt von Kassel vereint historische Bauwerke mit moderner Architektur
  • Die Wilhelmshöhe ist Europas größter Bergpark und einzigartiges Wahrzeichen der Stadt

Kassel - Zwischen prachtvollen Parkanlagen, künstlerischen Ausstellungen und märchenhafter Geschichte: so reich an Sehenswürdigkeiten ist die Großstadt inmitten Deutschlands. Mit wunderschönen Ecken und lebendiger Geschichte präsentiert sich Kassel heute als moderne Stadt.

Kassel: Auf Entdeckungstour durch die documenta-Stadt

Die weltweit bedeutendste Ausstellung für zeitgenössische Kunst verwandelt Kassel alle 5 Jahre für 100 Tage zur internationalen Kunstmetropole. Doch auch abseits der Pfade der documenta lohnt es sich für Gäste, auf Erkundungstour zu gehen und Kassels Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Von der bewegten Geschichte der Residenzstadt zeugen noch heute Gartendenkmäler wie der Bergpark und historische Bauwerke wie die Orangerie und die Löwenburg.

Mit 200.000 Einwohner ist Kassel – nach Frankfurt am Main und Wiesbaden – die drittgrößte Stadt in Hessen. Das charaktervolle Stadtbild steht stellvertretend für die bedeutendsten Stationen der Stadtentwicklung. Denkmäler und Altbauten aus dem 17. und 18. Jahrhundert stehen Seite an Seite mit funktionalen Gebäudestrukturen aus den 50er Jahren. Die belebte Innenstadt mit ihren autofreundlichen Boulevards zeugt vom Wiederaufbau nach der Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg, während eine der weitläufigen und prachtvollen Grünanlagen mit den Schlössern und kunstvollen Gärten immer nur einen Steinwurf entfernt liegen. Deswegen gilt Kassel als eine der grünsten Städte Deutschlands.

Kassel: Sehenswürdigkeiten zwischen Kultur und Natur

Prämiert mit dem Deutschen Städtebaupreis ist Kassel eine einmalige Symbiose von Natur und Kultur – und das alles im Herzen der Stadt. Der Weinberg und die Weinbergterrassen werden von imposanten Mauern gestützt und sind heute nicht nur Parkanlage und städtische Grünfläche, sondern ein Wahrzeichen der Stadt. In den früheren Jahrhunderten wurde die Anlage zum Weinanbau genutzt, heute ist sie ein Ort für Kultur und Kunst.

Inmitten des Weinberges hat eine märchenhafte Dauerausstellung ihren Platz gefunden: Die GRIMMWELT. In der Kassler Geschichte nehmen die Gebrüder Grimm einen herausragenden kulturellen Platz ein. Zu Lebzeiten haben sie hier eines ihrer Meisterwerke, die „Kinder- und Hausmärchen“ zusammengestellt. Das Werk wurde in 170 Sprachen übersetzt und verbindet somit Menschen über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus.

Das Wirken von Jacob und Wilhelm Grimm wird heute noch von der Stadt Kassel gewürdigt und gehört – wie das Ottoneum, das heutige Naturkundemuseum – genauso untrennbar zu Kassel wie außergewöhnliche Spezialmuseen wie das Museum für Sepulkralkultur oder die Caricatura –Galerie für Komische Kunst.

Kassel: Eine Altstadt zum Neuverlieben 

Die Altstadt von Kassel erlitt im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden. Tausende Altbauten fielen den Bombardements zum Opfer. Grade deswegen kommen Architekturliebhaber in Kassel auf ihre Kosten und finden wunderschöne Ecken und interessante Stilikonen. Die Brüderkirche ist das älteste noch bestehenden Bauwerk der Stadt und stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die Innenstadt ist von funktionellen Gebäuden, die in der Mitte des 20. Jahrhunderts erbaut wurden, geprägt. Viele dieser Gebäudeensembles stehen heute sogar unter Denkmalschutz. Dazu gehört unter anderem die Treppenstraße, eine der ersten Fußgängerzonen überhaupt.

Die Alt- und Innenstadt hat sich in den letzten 30 Jahren neu erfunden. Die lebhaften Viertel bieten viel Abwechslung: Das Gründerzeitviertel „Vorderer Westen“ ist heute ein beliebtes Ausgehviertel für Jung und Alt mit bunten Läden, einer regen Kneipenszene und eindrucksvollen Jugendstilfassaden. Im Sommer lockt der Bebelplatz mit gemütlichen Cafés. Das Märchenviertel mit den charakteristischen Fachwerkbauten ist das Zuhause der Gebrüder Grimm und eine Station der deutschen Märchenstraße.

Kassel: Eine der grünsten Städte Deutschlands

Dass Kassel eine Großstadt ist, lassen die unzähligen Grün- und Parkanlagen schnell vergessen. Für die Bewohner der Stadt dienen die Gärten und Parks der Stadt zur Entspannung, für Touristen sind sie eine Attraktion: Weltkulturerbe trifft hier auf Bewegungsraum, jahrhundertealte Bäume werden von prachtvollen Beeten flankiert. Das stadtnahe Naturerlebnis macht Kassel mit 23,42 Quadratmetern Grünfläche pro Einwohner zu einer der grünsten Großstädte Deutschlands.

Der Bergpark Wilhelmshöhe ist der bekannteste Park in Kassel und besticht durch seine vielfältige Flora und Fauna, aber auch die Karlsaue, die Goetheanlage, die Weinbergterrassen, der Buga-See, der Nord-Stadtpark und der Schlosspark Wilhelmsthal ziehen Familien mit Kind und Kegel zu ausgedehnten Spaziergängen an. Touristen gelangen mithilfe von Google Maps am einfachsten zu den einzelnen Grünanlagen.

Kassel: Der Bergpark Wilhelmshöhe ist einmalig in Europa

Als eine der größten Bergparkanlagen Europas bildet die Wilhelmshöhe ein einzigartiges Kulturdenkmal der Stadt Kassel. Der Bergpark wurde als Gartenanlage konzipiert und ist mit einer Fläche von 2,4 Quadratkilometern und seiner natürlichen Hanglage ein ganz besonderer Schlosspark. Atemberaubende Sichtachsen, imposante Bauwerke und verwunschene Ecken weisen die Erbauer als Meister ihres Handwerks aus. Die Mittelsichtachse, die von der Bergspitze bis zum Tal führt, über das Wasserspiel und die Kaskadentreppe hinweg, ist nur eines der vielen landschaftlichen Glanzstücke. Der Ausgangspunkt des Kaskaden-Wasserspiels befindet sich in einer felsartigen Grotte im Tal.

Lustwandelt man heute durch die Parkanlage, verfällt man dem Flair vergangener Zeit. Der Parkbesucher trifft auf tosende Wasserfälle, ruhig plätschernde Bäche, romantische Seeanlagen und Fontänen, die 50 Meter hoch Wasser in den Himmel sprühen. Die architektonische Meisterklasse und das durchdachte Naturbild bestechen den Besucher mit ihrem Anblick. Nicht umsonst zählt der Bergpark Wilhelmshöhe seit 2013 zur UNESCO Welterbestätte. Er fasziniert durch sehenswerte Denkmäler, Museen und architektonische Sehenswürdigkeiten:

  • Kaskadentreppe
  • Wasserspiele
  • Herkulesstatue
  • Schloss Wilhelmshöhe
  • Gewächshaus
  • Ballhaus
  • Kleinarchitektonische Highlights
  • Teufelsbrücke
  • Ruine Löwenburg
  • Rosensammlung

Kassel: Auf kultureller Mission im Bergpark

Das Schloss Wilhelmshöhe wurde Ende des 18. Jahrhundert für Landgraf Wilhelm IX erbaut und steht im gleichnamigen Bergpark Wilhelmshöhe. Das Schloss bildet mit dem Herkules-Denkmal eine Sichtachse und ist zugleich die Mittelachse der Parkanlage. Heute dient das Schloss als Museum und erfährt internationale und nationale Anerkennung durch die DauerausstellungAlte Meisterklasse“, die Gemälde der flämischen und holländischen Malerei zeigt.

Der Herkules im Bergpark Wilhelmshöhe gehört seit 2013 zum Weltkulturerbe der Unesco.

Zur Besichtigung laden zudem die im Original erhaltenen Räumlichkeiten des Landgrafen Wilhelm IX im Weißensteinflügel des Schlosses ein. Unweit entfernt, oberhalb des Schlosses, liegt die künstlich angelegte Ruine Löwenburg. Sie ist eine der ersten künstlich erbauten mittelalterlichen Burgen Europas. Die äußere Erscheinung erinnert an eine zerfallene Burganlage, im Inneren ist sie einem barocken Lustschloss nachempfunden. Im Zweiten Weltkrieg wurde auch die Löwenburg zerstört. Die Wiederherstellungen und Restaurationen dauern bis heute an. Sie macht Geschichte erlebbar und versetzt die Besucher zurück in die Zeit des Landgrafen.

Kassel: Der Herkules ist das Wahrzeichen im Bergpark

Die Kupferstatur Herkules, die über dem UNESCO-Kulturerbe thront, wurde im 17. Jahrhundert errichtet und symbolisiert eine zentrale Figur der griechischen Mythologie. Der Herkules gehörte zu den ersten Kupferfiguren weltweit. Sein Schöpfer, der Augsburger Goldschmied Johann Jacob Anthoni, modellierte ihn als Beginn einer Sichtachse: Diese führt von der Kaskadentreppe hinunter ins Tal und verbindet so die Tugenden des Herkules, Mut, Kraft und Klugheit mit dem Landgrafen Carl von Hessen Kassel.

Heute ist das Wahrzeichen ein beliebtes Ausflugsziel, um von der Aussichtsplattform den Blick über den Bergpark und Kassel schweifen zu lassen. Mit einer Gesamthöhe von 530 Meter über dem Meeresspiegel ist das Wahrzeichen unverkennbar eines der imposantesten Denkmäler Kassels. Der griechische Halbgott ist 8,30 Meter groß und steht auf der Pyramide eines steinernen Monumentes. Unter der Pyramide befindet sich das offene Belvedere. Das Ensemble ist gleichzeitig der Ausgangspunkt der Wasserspiele, die aus einer felsigen Grotte am Fuße des Denkmals entspringt.

 

Rubriklistenbild: © Swen Pförtner/dpa

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