Kassel wird zum Jazzhaus

Im Frühling in Kassel: Jazz-Saxofonist Klaus Doldinger. Fotos: nh

Stars der Jazz-Szene wie Helge Schneider, Doldingers Passport, Ron Carter und Marla Glenn kommen im Frühjahr nach Kassel.

Kassel. Während Deutschlands bekanntester Jazztrompeter Till Brönner dabei ist, ein „House of Jazz“ für Berlin zu planen, gibt es in Kassel auch so etwas wie ein kleines, aber feines Jazzhaus: das Theaterstübchen. Klar, einen Konzertsaal und eine Akademie, wie sie Brönner vorschweben, gibt es dort nicht, aber immerhin einen Jazzkeller mit Atmosphäre. Der lockt mittlerweile die Stars der Szene regelrecht an. Auch Till Brönner trat dort schon auf. Für den zehnten Kasseler Jazz-Frühling, vom 11. bis 26. März, hat es Programmchef Markus Knierim wieder geschafft, musikalische Hochkaräter zu gewinnen.

Mit dabei sind diesmal Star-Klarinettist Rolf Kühn, der den Jazz-Frühling eröffnen wird. Außerdem: die amerikanische Soulsängerin Marla Glenn, Helge Schneider und Pete York, Klaus Doldingers Passport und die Gitarrenkoryphäe John Scofield mit seinem Quartett. Die Rhythmen des französischen Schlagzeugers Manu Katché sind auf Abermillionen verkauften Platten zu hören und werden im nächsten Jahr deutschlandweit nur einmal live erklingen - in Kassel.

Das Konzert des Bassisten Ron Carter und des französischen Akkordeon-Meisters Richard Galliano im März in der Hamburger Elbphilharmonie ist längst ausverkauft. Doch spielen auch diese beiden Herren längst nicht nur vor großem Publikum. Nur zu gerne genießen sie die Clubatmosphäre im Theaterstübchen. Und weil es ihnen in dem coolen Jazz-Club so gut gefällt, haben sie dort vor wenigen Wochen nicht nur ihr neues Album aufgenommen, sondern werden auch wieder in Kassel auftreten.

Der Jazz-Frühling bleibt sich auch im zehnten Jahr treu: Er bot schon immer auch lokalen Gruppen eine Plattform. Diesmal: Triosence sowie Grimm Tentett und Level Eleven. Insgesamt wird es 14 Konzerte geben. Nicht alle finden im Theaterstübchen statt. Der Ballsaal des Hotel Reiss, das Atrium der Hauptstelle der Kasseler Bank, das Opernhaus und die Karlskirche werden bespielt. „Wir gehen fremd“, sagt Knierim, der das Festival für den Kasseler Förderverein für Kulturarbeit (Kafka) organisiert.

Für das Engagement in Sachen Jazzmusik gab es bereits den Kulturförderpreis der Stadt Kassel. Ein Konzert des Jazz-Frühlings - der Auftritt von Helge Schneider an der Hammondorgel und Pete York am Schlagzeug - ist bereits ausverkauft. „Aufgrund der eher geringen Anzahl der Karten werden sicher viele Auftritte schnell ausverkauft sein“, sagt Markus Knierim. Deshalb werden wohl nur alle, die sich schnell die Tickets sichern, eine Chance auf die Konzerte mit den Stars der Jazz-Szene in Kassels Antwort auf ein „House of Jazz“ haben. www.jazzfruehling-kassel.de

Service

Jazz-Frühling Kassel

Die Konzerte: Rolf Kühn Quartett (11.3.), Marla Glen (12.3.), Helge Schneider/Pete York (13.3./ausverkauft), Grimm Tentett & Level Eleven (14.3.), Mitch Ryder und Band (15.3.), Doldingers Passport (16.3.), Manu Katché & Friends (17.3.), Omer Klein Trio (19.3.), Don Menza Quartet (20.3.), Joern & The Michaels (21.3.), Ron Carter/Richard Galliano (23.3.), Triosence (24.3), John Scofield Quartet (25.3.), Astrid North & Band (26.3.). HNA-Kartentelefon: 0561/203 204. (may)

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