Kasseler Bachchor führte die Johannespassion auf

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Stimmige, anrührende Wiedergabe: Norbert Ternes dirigierte den Kasseler Bachchor in der Christuskirche.

Kassel. Eine stimmige, anrührende Aufführung erlebten die Besucher von Johann Sebastian Bachs Johannespassion am Samstagabend in der Christuskirche. Norbert Ternes dirigierte.

„Wie gedrängt, wie durchaus genial, namentlich in den Chören, und von welcher Kunst“, schwärmte einst Robert Schumann über Johann Sebastian Bachs Johannespassion (1724), die Generationen von Hörern im Innersten ergriffen hat. Der Kasseler Bachchor und dessen Leiter Norbert Ternes brachte am Samstagabend dieses über den Zeiten stehende Werk zur Aufführung.

Eine stimmige, anrührende Wiedergabe gelang am Samstag in der sehr gut gefüllten Christuskirche. Zwar neigte der Bachchor, wie immer sorgfältig vorbereitet, klanglich eher zum Milden und Innigen. Aber er verstand es auch, die herbe Dramatik der Volkschöre zur Wirkung zu bringen.

Das Telemannische Collegium Michaelstein spielte versiert auf historischen Instrumenten, hüllte die Musik in dunklen Glanz. Zur Qualität trug jedoch besonders bei, dass drei der fünf Gesangssolisten exzellente Leistungen erbrachten.

Allen voran Nils Giebelhausen. Der Tenor setzte als eloquenter, mitfühlender Evangelist ausdrucksstarke Akzente und überzeugte mit seiner leuchtenden Stimme auch in den Arien. Die in Kassel lebende Anna Nesyba glänzte als strahlende Barocksopranistin, die eindrucksvoll unterschiedliche Affekte vergegenwärtigte.

Ebenso klar wie warm, klang Altistin Annekathrin Laabs - suggestiv brachte sie den Kontrast zwischen „Es ist vollbracht“ und „Der Held aus Juda siegt mit Macht“ zur Geltung. Im Laufe des Abends steigerte sich Bariton Sebastian Seitz. Mit vibrierendem Gefühl sang Jochen Faulhammer die Christus-Worte.

Dirigent Norbert Ternes spannte einen großen Bogen, ließ die Musik wie aus einem Guss erscheinen. Zuletzt gab es einen angemessenen Moment völliger Stille, ehe langer Beifall einsetzte.

Weitere Aufführung:  Sonntag, 13.3., 17 Uhr.

Von Georg Pepl

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