Rund 14.800 Besucher

Neuer Besucherrekord beim Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest

Die Preisträger: Christian Wittmoser mit Herkules-Keule (von links), Rotraut Pape mit einer als Gag überreichten Sonnenbrille, an der ein Krönchen befestigt ist, Benjamin Kahlmeyer (Stipendium) und Lotte Meret mit Golden Cube. Foto: Tenzler/ nh

Kassel. Filme, die sich mit Flucht und Krieg auseinandersetzen, sowie eine Videoinstallation über Körperinszenierungen haben die Preise beim Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest gewonnen, das gestern zu Ende gegangen ist.

Es hat nach mehreren Jahren in Folge erneut einen Besucherrekord zu verzeichnen, so Leiter Gerhard Wissner bei der Gala am Samstag in der Weinkirche: Rund 14.800 Besucher kamen zu Filmvorführungen, Ausstellungen, Diskussionsrunden und didaktischen Programmen.

Blick in eine Wohnung von oben: Szene aus dem Film „Emily must wait“, der den Goldenen Herkules gewonnen hat. Foto: nh

Was muss passieren, damit sich ein Mensch entschließt, seine Wohnung zu verlassen und vor dem Krieg zu fliehen? Dieser Frage geht der Kurzfilm „Emily must wait“ von Christian Wittmoser nach, der den Goldenen Herkules gewonnen hat. Der Preis für die beste nordhessische Produktion ist mit 3000 Euro dotiert und wird von der Firma Machbar gestiftet. Der Kasseler Student hat für das Projekt ein komplettes, detailreich ausgestattetes Apartment aufgebaut. Die Kamera filmt es ausschließlich von oben.

Der mit 5000 Euro dotierte Goldene Schlüssel für die beeindruckendste dokumentarische Nachwuchsarbeit, der mit Unterstützung der Stadt Kassel verliehen wird, geht an „Dubina Dva“ von Ognjen Glavonic. Der Filmemacher bereitet ein Kriegsverbrechen aus dem Balkankrieg auf - zu Bildern von Zerstörung sind Stimmen von Tätern und Opfern aus dem Off zu hören.

Lotte Meret spielt in ihrer Videoinstallation „Surface Glaze“ mit Bildern aus der Werbewelt: Sie lässt undefinierbare, zähe Flüssigkeiten über Körper rinnen. Aus der Werbung vertraute Hochglanzbilder werden eklig verfremdet und Körperideale damit in Frage gestellt. Der Preis ist mit 3500 Euro dotiert und wird von der Firma Micromata gestiftet.

Das A38-Produktionsstipendium der Sektion Junges Dokfest erhält Benjamin Kahlmeyer für seinen Film „Eisen“, der Asylsuchende in Eisenhüttenstadt begleitet. Der Preis wird von den Landesmedienanstalten Hessen und Sachsen-Anhalt unterstützt.

Der Ehrenpreis des Festivals und 3000 Euro, gestiftet von der Firma Hübner, gehen an die Medienkünstlerin Rotraut Pape, die Kassel (documenta 8) und dem Dokumentarfilmfest seit vielen Jahren verbunden ist. Laudator Björn Melhus hob hervor, dass es Pape verstehe, ihre eigene künstlerische Praxis mit ihrer Forschung und Lehre zu verbinden. In ihrer Dankesrede würdigte sie das Dokfest als einen magischen Ort.

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