Die Kasseler Formation Scratch beim Jazzfrühling auf den Spuren der „Crusaders“

(von links) Rolf Denecke (Bass), Rolf Rasch (Tenorsaxofon) und Detlef Landeck (Posaune). Foto: Malmus

Kassel. Es war die erste lokale Band, die am Samstag beim Jazzfrühling-Festival im gut besuchten Theaterstübchen auf der Bühne stand. Scratch nennt sich ein Sextett aus Kassel, und die Musiker haben sich ganz dem Schaffen der amerikanischen Jazzfunk-Formation The Crusaders verschrieben.

Ein Programm, bei dem man versucht, dass Ausgangsmaterial so originalgetreu wie möglich zu präsentieren. Da nimmt man den Titel „Keep that same old feeling“ wortwörtlich und präsentiert die Kompositionen in ihrer unverfälschten Brillanz. Pianist Joe Sample und Saxofonist Wynton Felder von den Crusaders lieferten Arrangements, die auch wirklich keiner weiteren Kommentierung bedürfen. Einzig die solistischen Spielflächen kann man für Experimente nutzen.

Beim Konzert von Scratch gelang dies am besten Gitarrist Thomas Kepper. Er folgte den Spuren Lary Carltons, der als Ex-Mitglied der Crusaders für einen progressiven, rockigen Sound sorgte. Dabei gelangen ihm fesselnde Soli, und er bereicherte den Gesamtsound um eine interessante Klangfarbe.

Energetisch präsent und im Bläsersatz souverän ließen Posaunist Detlef Landeck und Saxofonist Rolf Rasch wie gewohnt einige Raketen steigen. Gerade beim funkigen „Put it where you want it“ und dem romantischen „Way back home“ zauberten sie 70er-Fusion-Atmosphäre in den Kellerclub.

Uwe Meile am Piano simulierte den perfekten Wurlitzersound und ließ auch solistisch Ideenreichtum aufblitzen. Allerdings fehlte seinem Spiel ab und zu die Coolness, die der Musik der Crusaders ihren Reiz verleiht. Rolf Denecke am Bass und Schlagzeuger Christian Svenson wirkten solide im Background, könnten jedoch mit noch mehr Präzision eine größere Wirkung erzielen. Großer Applaus und Zugaben.

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