Kasseler Kulturförderpreis an drei Einrichtungen verliehen

Verleihung des Kulturförderpreises der Stadt Kassel: Den Verein Tokonoma repräsentieren (von links) Tetyana Zolotopupova und Rosa-Violetta Grötsch, für die Galerien der Kasseler Südstadt stehen Ulrike Petschelt, Tobias Rasch und Melanie Vogel, und den Kulturbunker Kassel vertreten Bernd Nentwig sowie Mathias Reuter. Foto: Wienecke

Kassel. Der Kulturförderpreis wird seit 1987 an Kasseler Künstler, Kulturinitiativen und Kulturprojekte verliehen. Oberbürgermeister Bertram Hilgen zeichnete am Wochenende im gut besuchten Schauspielhaus den Zusammenschluss der Galerien der Kasseler Südstadt, den Kulturbunker Kassel und den Verein Tokonoma (eine Plattform für junge Kunst und Clubkultur) aus. Die Preisträger erhalten jeweils ein Preisgeld in Höhe von 2500 Euro.

Den Galerien Rasch (Tobias Rasch), Warte für Kunst (Melanie Vogel) und Galerie Petschelt (Ulrike Petschelt) bescheinigte er die kulturelle Reaktivierung von ehemaligen Ladenleerständen entlang der Frankfurter Straße mit einem lebendigen Kulturnetzwerk, das das kulturelle Gesicht des Quartiers maßgeblich präge.

Begleitet von aufgezeichnetem Verkehrslärm hingen die Galeristen drei Werke auf der Bühne auf. Laudator Kai U. Jürgens aus Kiel bezeichnete sie als auf Gegenwartskunst spezialisierte Instanz der Verbindung zwischen Publikum und den Kulturschaffenden mit geschultem Auge und ökonomischer Risikobereitschaft.

Der Verein Tokonoma wurde im Sommer 2012 anlässlich der documenta 13 von Studenten und Uni-Absolventen gegründet: aufgrund eines Partyverbots an der Kunsthochschule, wie der Laudator Thomas Fröhlich verriet.

Tokonoma wurde für die Präsentation künstlerisch-kreativer Schätze und die Förderung junger Künstler ausgezeichnet. Eine Reflexion zeitgenössischer Themen der Bereiche Kunst, Film und Musik werde von dem Team angeregt, hieß es. Mit Ausstellungen, Lesungen, Filmabenden, Konzerten und Diskussionsveranstaltungen bestreitet es ein regelmäßiges Programm in der Frankfurter Straße 58. Jan Grebenstein trat bei der Verleihung mit einer Performance aus der Reihe „Hörverstehen“ auf.

Unter Federführung der Musiker Mathias Reuter und Bernd Nentwig ist der Hochbunker an der Friedrich-Engels-Straße zu einem musikalischen und kulturwirtschaftlichen Zentrum geworden. Laudator Jürgen Ruth von der Bauhaus-Universität Weimar bezeichnete den Kulturbunker als großes, nachhaltiges Instrument. „Bei dicken Mauern bleiben auch die Nachbarn Freunde“, scherzte er.

Ein Orchester aus acht Musikern spielte den Klassiker „Footprints“ von Wayne Shorter, dazu eingeblendete Fotos verschafften einen Einblick in die Arbeit im Kulturbunker.

Von Bettina Wienecke

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