Eine Woche länger Musik als sonst

Kasseler Kulturzelt: Das Programm heißt Vielfalt

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Michael Wollny

Kassel. Musikliebhaber können sich schon jetzt bei der documenta 14 bedanken: Die Weltkunstausstellung ist der Grund dafür, dass im Kulturzelt an der Fulda eine Woche länger als sonst – vom 30. Juni bis 19. August – die Musik spielen wird und fünf Konzerte mehr – insgesamt 36 – bei dem Festival gespielt werden.

Bei der Auswahl der Bands hatte das Team um die Organisatoren Angelika Umbach und Lutz Engelhardt den Luxus einer besonders großen Auswahl an hochkarätigen Künstlern. „Im documenta-Jahr wollen noch mehr Musiker in Kassel auftreten“, so Umbach. Bei der Gestaltung des Programms habe man darauf geachtet, das Stammpublikum ebenso zu bedienen, wie junge, neue Gäste.

Das Publikum der Zukunft, so Engelhardt, spreche man etwa mit Sänger Wincent Weiss an.Ein festes Thema werde mit dem 31. Festival nicht bedient. Es gehe um die Vielfalt. Ausschlaggebend sei die Qualität. Zudem wolle man unberechenbar bleiben, sagt Umbach. So ist im Programm eine exquisite Mischung aus Jazz-, Rock- und Popkünstlern zu finden.

Wincent Weiss

Und: Selbst wenn documenta14-Besucher nach einem Ausstellungstag keine Kraft mehr für einen Konzertabend hätten, könnten diese im schönen Biergarten neue Energie aufladen und zu einem der nächsten Konzerte kommen, so Umbach – das Kulturzelt profitiere von der Kunstschau.

Das ist das Programm

30. Juni und 1. Juli: Seven beackert ein Feld, dass Michael Jackson und Prince bepflanzt haben.

2. Juli: DUB FX, Benjamin Stanford loopt seine eigene Stimme und imitiert mit Mund, Nase und Rachen Instrumente.

5. Juli: Wincent Weiss, seine Stimme kennt vermutlich ganz Deutschland. Mit „Musik Sein“ ist er in den Charts.

6. Juli: Mighty Oaks, auf der Bühne feiert das Trio das Abenteuer, die Freiheit und die Liebe.

7. Juli: Michael Wollny Trio, Jazzpianist, Musik-Erfinder und Querdenker. Markenzeichen: das Unberechenbare und der Mut, sich dem Moment hinzugeben.

8. Juli: Myles Sanko, der Soulsänger war der Überraschungssieger des vergangenen Sommers im Kulturzelt. So gut, das man ihn gerne nochmal hören möchte.

9. Juli: Asaf Avidan, „Bob Dylan and Janis Joplin made a baby together“, heißt es über seine Stimme.

12. Juli: The Head and the Heart, mit „Mumford & Sons“ werden die Musiker aus Seattle verglichen. Die Wurzeln liegen im Americana und Folk.

13. Juli: Scott Bradlee’s Postmodern Jukebox, versprechen die aufregendste 20er-Jahre-Party seit „The Great Gatsby“.

14. Juli: Warpaint aus Amerika wurden schon als „Königinnen des Undergrund“ und „die weiblichen Nirwanas“ betitelt.

15. Juli: Tringvall Trio, starke Melodien und keine Scheu vor Nähe zum Pop.

16. Juli: Lee Fields & The Expressions. Der Amerikaner Fields gilt als Gallionsfigur der Retro-Soul-Bewegung.

19. Juli: Ry Cuming alias RY X mit den zwei Songs „Howling“ und „Berlin“ hat er sich in den Herzen der Club-Welt plaziert.

20. Juli: Valerie June, die Sängerin, Gitarristin, Banjo-, Ukulele- und Lap-Steel-Spielerin aus Amerika besticht mit unverwechselbarer, rauchiger Stimme.

21. Juli: The Slow Show, der Name der Band aus Manchester ist Programm: gelassene und intensive Arrangements.

22. Juli: Joy Denalane hat mit „Gleisdreieck“ ein neues Album veröffentlicht,l und darauf hört sich die Souldiva lässiger an als je zuvor.

26. Juli: Jacob Collier ist ein 22-jähriges Wunderkind: er spielt Schlagzeug, Klavier, Orgel und Melodica, Gitarren, Ukulele, elektrischen und akustischen Bass, und natürlich singt er auch.

27. Juli: Divine Comedy, die irische Band gestaltet eine musikalische

Welt zwischen britischem Edelpop, Chanson und Rock.

28. Juli: Element of Crime, Sven Regener und seine Mannen gehören zu den einflussreichsten Bands aus Deutschland. Konsequent gegen den Mainstream.

29. Juli: Max Mutzke, der Pop-, Soul- und Jazzmusiker mit der markanten Stimme geht mit seiner Band monoPunk auf Reisen. Souliger Pop in englischer und deutscher Sprache.

30. Juli: Lucky Chops – fünf Bläser und ein Schlagzeuger, dazu die Mission, die Energie einer Rockband mit der Tanzbarkeit eines EDM DJs zu verknüpfen.

2. August: Lambchop, mit ihrem Mastermind Kurt Wagner sind ein Phänomen. Einzige Konstante in der Musik ist Wagners rauchige tiefe Stimme.

3. August: The Notwist, die deutsche Band hat sich in den vergangenen 25 Jahren von (punk-)rockigen Anfängen bis zur melancholischen Fusion von Elektronik und Popmusik entwickelt.

4. August: Teesy gilt als Cro des deutschsprachigen R&B, wenn nicht sogar als der deutsche Justin Timberlake.

5. August: Maxim, klassisches Songwriting steht hier neben loop- und samplebasiertem Experimentieren mit Beats aus Piano- und Elektroklängen.

9. August: Die höchste Eisenbahn. Die Band aus Berlin hat ein Händchen für Melodien, für kluge universelle Geschichten und riesengroße Refrains.

10. August: Roberto Fonseca aus Kuba war Mitglied des „Buena Vista Social Club“ und gilt als Tastengenie.

11. August: Roachford, der britische Soulsänger interpretiert auf „Encore“ Songs seiner musikalischen Vorbilder Stevie Wonder und Bill Withers.

12. August: Nils Wülker & Band: Der Jazz-Trompeter und Echo-Preisträger spielt sich über die Genres unbekümmert hinweg.

13. August: Salif Keita gilt heute als bedeutendster musikalischer Botschafter Westafrikas.

16. August: GoGo Penguin, das aus Manchester stammende Akustik-Jazz- und Electronica-Trio ist der wohl heißeste Act der jungen britischen Jazzszene.

17. August: Faber & Fil Bo Riva, Fabers Texte leben vom raschen Wechsel zwischen Heiterkeit und Melancholie, zwischen Ironie und frohem Tanz. Fil Bo Riva ist ein Liebling der urbanen Szene.

18. August: Judith Holofernes, Sängerin von „Wir sind Helden“, ist solo unterwegs und kommt mit „Ich Bin Das Chaos“ und mit viel Spielfreude daher.

19. August: 17 Hippies, weils so schön ist, so luftig und heiter spielen die Hippies wieder den Abschluss.

Tickets ab 18. März beim HNA-Kartenservice (0561/203-204).

www.kulturzelt-kassel.de

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