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Sie erhielten die Kasseler Kunstpreise

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Ausgezeichnet: Doris-Krininger-Vorjahrespreisträgerin Nasira Turganbaj (v. l.), Robin-Vanessa Damm, Hilke Heithecker (beide mit dem Kunstpreis geehrt) sowie die aktuelle Krininger-Preisträgerin Sabine Stange.
Ausgezeichnet: Doris-Krininger-Vorjahrespreisträgerin Nasira Turganbaj (von links), Robin-Vanessa Damm, Hilke Heithecker (beide mit dem Kunstpreis geehrt) sowie die aktuelle Krininger-Preisträgerin Sabine Stange. © Andreas Fischer

Kassels Kulturdezernentin Susanne Völker hat im Südflügel des Kulturbahnhofs die Auszeichnungen der Dr.-Wolfgang-Zippel-Stiftung überreicht.

Kassel – Kulturinitiativen stärken, die Akteure fördern – dazu tragen seit 30 Jahren die Auszeichnungen und Fördermittel der Dr.-Wolfgang-Zippel-Stiftung bei. Eine Wertschätzung, die nach Corona noch viel wichtiger sei, wie Kulturdezernentin Susanne Völker am Dienstagabend im Südflügel des Kulturbahnhofs betonte. Dort übergab sie den Kasseler Kunstpreis an Hilke Heithecker (Bildende Kunst) und Robin-Vanessa Damm (Musik) sowie den Doris-Krininger-Preis an Sabine Stange.

„Die Kultur in Kassel hält zusammen“, sagte Völker – auch in Zeiten einer Pandemie. Und jetzt traf sich die Kulturszene endlich mal wieder. Nicht nur, um die aktuellen Fördermittel und Ankäufe aus dem Vermächtnis des Kasseler Juristen Wolfgang Zippel (1923-1990) zu feiern (siehe Kasten rechts), sondern auch noch die Erwerbungen für die Artothek des Jahres 2020 zu würdigen. Bis zum Sonntag sind alle Ankäufe im Südflügel ausgestellt – ebenso wie Werke der aktuellen Preisträgerinnen und die kostbaren, filigranen Keramiken der Krininger-Preisträgerin 2021, Nasira Turganbaj.

Während sich der Kasseler Kunstpreis an junge Menschen richtet, „die am Anfang ihrer künstlerischen Laufbahn stehen und bereits ein eigenes Profil und innovative Ansätze zeigen“, ehrt der Doris-Krininger-Preis Kunstschaffende aller Sparten ab 35 Jahre. Ermöglicht hat ihn ein Vermächtnis der 2018 gestorbenen Kunsthistorikerin, die lange dem Stiftungsrat angehörte. Für dieses Gremium würdigte Milen Krastev die diesjährige Trägerin Sabine Stange.

Stange sei fest in Kassel verankert, in vielen Initiativen wie dem Kunstbalkon aktiv, sagte Krastev, aber sie habe immer mal wieder die Anker gelichtet, um bei Auslandsaufenthalten wichtige Anregungen für ihre Auseinandersetzung mit der Fotografie zu erhalten. Stanges Thema: deren Bestandteile selbst – Licht, Zeit, Bewegung – in den Mittelpunkt zu rücken, dadurch die eigene Wahrnehmung zu überprüfen, ein neues Verständnis der Realität zu gewinnen und die „Quintessenz des Momentums“ zu erreichen.

Eine besondere Wahrnehmung der Welt zeichnet auch Hilke Heithecker aus. Für den Stiftungsrat stellte Andrea Linnenkohl die Konzept- und Performancekünstlerin vor: Die Meisterschülerin bei Florian Slotawa ist sämtliche Kasseler Straßen zu Fuß abgelaufen, immer von ihrer Wohnung aus. Ihre Beobachtungen und die Spuren dieser „Mobilität in entschleunigter Form“ verwandelt sie in Kunst – wie mit 37 Radkappen als Hinterlassenschaften im urbanen Raum oder einer Fotoserie von Warnschildern vor Hunden. Im Südflügel zeigt sie die Möblierung von Haltestellen, in Stoffe eingeschlagen: Nicht Wartende halten sich auf, sondern sie selbst lehnen aneinander, als wollten sie sich Halt geben.

Ihre extreme Vielseitigkeit, die „stimmliche Akrobatik“, und dass sie eine „Songwriterin im besten Sinne“ sei – all das, was Hartmut Schmidt und Olaf Pyras aus dem Stiftungsrat über Robin-Vanessa Damm sagten, konnte die Musik-Preisträgerin gleich unter Beweis stellen. Vier Stücke, teils begleitet von Joshua Weiß am Schlagzeug, zeigten Impulse von Marokko bis Irland – nach ihrem Studium am Institut für Musik in Kassel hat Damm zeitweilig in Dublin gelebt. Neben Können bewies sie auch Souveränität: als ihr eine Saite riss, die sie seelenruhig ersetzte.

Die Ausstellung im Südflügel ist bis Sonntag, 9.10., zu sehen, täglich 14 bis 18 Uhr. Eintritt frei.

Fördermittel von 16.500 Euro wurden an Kulturschaffende und Projekte vergeben


Für die Artothek werden Kunstwerke für 6450 Euro angekauft von: Fabian Heller, Selina Schwank, Anna Bergold, Hannah Meisinger, Johanna Brummack, Max Hampel, Maya Sikorska-Reymann und Naima Omari.

Von Mark-Christian von Busse

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