Kasseler Leinert-„Ring“ nach 16 Jahren nun komplett auf CD erhältlich

Jetzt als CD-Kassette erschienen: „Das Rheingold“, Auftakt des Kasseler Leinert-„Rings“ aus den Jahren 1997-99. Das Szenenfoto zeigt (von links) Manfred Volz (Wotan), Christian Franz (Loge) und Marisa Altmann-Althausen (Fricka). Die musikalische Leitung hatte Roberto Paternostro. Foto: Huther/nh

Ein Stück Kasseler Theatergeschichte ist jetzt als CD-Kassette erschienen: Vor fast 19 Jahren hatte „Das Rheingold“, der erste Teil von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“, in der Inzenierung von Michael Leinert in Kassel Premiere.

Roberto Paternostro dirigierte das Werk, das bis 1999 in Kassel auf dem Spielplan stand.

Mehrere Umstände, aufwändige technische Verfahren, aber auch die alleinige Finanzierung des Kasseler „Ring“-Projekts“ durch das Label Ars Produktion, hatten dazu geführt, dass die fünf 1999 aufgezeichneten Live-Mitschnitte erst jetzt als Doppel-CD erscheinen konnten.

Hört man in die vom Kasseler Ton-Ingenieur Rüdiger Ebel und den Ars-Produktion-Technikern produzierte Aufnahme hinein, dann überzeugt nicht nur die ausgzeichnete Tonqualität der CDs. Auch musikalisch glänzt dieses „Rheingold“, und je intensiver man sich der Aufnahme widmet, desto größer wird der Respekt vor der Leistung des Dirigenten Roberto Paternostro, des Sängerensembles und des Kasseler Staatsorchesters.

Keineswegs in die Jahre gekommen ist der sehr direkte, spannungsvolle musikalische Zugriff. Wie packend das Geschehen umgesetzt wurde, zeigt beispielhaft die zweite Szene, in der die Götter in Panik geraten, als sie eine der ihren, Freia, den Riesen, die die Burg Walhall gebaut haben, zum Lohn überlassen sollen.

Inga Fischer als Freia, Manfred Volz als Wotan und der wunderbare Tenor Christian Franz als Loge setzen musikalische Glanzlichter, Markus Hollop und Dieter Hönig sind diebassstarken Riesen. Auffallend ist die hervorragende Textverständlichkeit der Sänger. Dass es bei drei Nebenrollen während der fünf Aufnahmetage Wechsel gab, fällt kaum auf.

Klanglich stark und teilweise geradezu aufwühlend ist auch der Orchester-Soundtrack. Nur an wenigen Stellen sind Bühnengeräusche zu hören – was allerdings bei einer Live-Aufnahme kaum stören sollte.

Nachdem die übrigen Teile der „Ring“-Tetralogie („Die Walküre“, „Siegfried“ und „Götterdämmerung“) schon 2002 erschienen (und noch im Handel erhältlich) sind, ist nun ein für Kassel und das Staatstheater bedeutendes Projekt zum Abschluss gekommen. Auf einer Bonus-CD, erläutert der Regisseur und damalige Intendant Michael Leinert die Umstände des „Ring“-Projekts. Ein Glanzstück ist auch das 190-seitige (!) Booklet mit zahlreichen Infos, Bühnen- und Darstellerfotos sowie dem Operntext samt Notenbeispielen der Leitmotive.

Richard Wagner: „Das Rheingold“. Robert Paternostro (Dirigent), Orchester des Staatstheaters Kassel, zahlreiche Solisten. Live-Mitschnitte von 1999 aus dem Kasseler Opernhaus. Ars Produktion, 2 SACD + Bonus-CD. Wertung: Fünf von fünf Sternen. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.