In Richard Wagners romantischer Oper singt der Tenor Martin Homrich die Titelrolle, Edith Haller steht als Elsa auf der Bühne

Kasseler „Lohengrin“ mit prominenten Gästen

Singt als Gast den Lohengrin: Tenor Martin Homrich. Fotos: nh

Kassel. Die Sonne scheint, und das Wagner-Paar sitzt entspannt im Café Bolero am Rosenhang. „Kassel ist eine schöne Stadt zum Gastieren“, sagt Martin Homrich (36). „Es gibt so viele reizvolle Orte zu entdecken.“ Der Tenor, ledig und in Köln lebend, der vier Jahre an der Hamburgischen Staatsoper und acht Jahre an der Dresdener Semperoper engagiert war, ist seit zwei Jahren freischaffend tätig.

Mit großem Erfolg. An der Wiener Staatsoper und an der Mailänder Scala, in Paris und Berlin hat er bereits große Partien gesungen. Der Lohengrin aber war bisher nicht dabei. Auf dieses Rollendebüt in Kassel freut er sich besonders. „Diese Partie könnte eine Lieblingspartie für mich werden“, meint er.  Für ihn ist Lohengrin eine Figur, die sehr aufrichtige Gefühle zum Ausdruck bringt. „Lohengrin weckt in mir viele Emotionen, für mich kommt da alles aus der Musik wie von selbst.“ Zwar weist die Lohengrin-Partie viel Heldisches auf, „aber die Höhe ist oft sehr lyrisch“, sagt Homrich, wenn er etwa auf dem hohen A im Piano mit „Heil dir Elsa“ einsetzt. Ideal für diese Rolle findet Homrich einen italienisch ausgebildeten Sänger.  Auch die Rolle der Elsa hat mehrere Facetten, findet Edith Haller (38, mit ihrem Lebensgefährten in Salzburg lebend), die ebenfalls zum ersten Mal in Kassel gastiert. Sie hat diese Rolle bereits gesungen - an keiner geringeren Bühne als Covent Garden in London.  „Das war eine sehr traditionelle Inszenierung“, erinnert sie sich, „eine sehr märchenhafte Erzählung, nah am Werk.“ Dies wird in Kassel anders sein , deutet sie an: „Das Publikum darf sich auf Überraschungen gefasst machen.“ An der Londoner Inszenierung gefiel Edith Haller nicht nur das tolle Kostüm - genauso viel Eindruck machte auf sie, „wer da schon alles dringesteckt hat“ - Stars wie Cheryl Studer nämlich.  Edith Haller, die im vergangenen Jahr in Bayreuth eine hinreißende „Walküren“-Sieglinde gesungen hat, findet an der Figur der Elsa besonders deren Entwicklung spannend: Von einer behüteten Sechzehnjährigen mit ihrer lyrischen Verträumtheit („Mein Gott, wie war ich, als ich sechzehn war!“) wird sie sehr schnell zu einer Frau, die lernt, sich zu behaupten und mit Intrigen umzugehen. Die ihre starke Emotionalität entdeckt und die es im Wortsinn wissen will: „Wenn’s bei der Auseinandersetzung mit Lohengrin im Brautgemach nicht pfeift, dann fehlt einfach das Entscheidende.“  Noch eins vermitteln die beiden Gaststars im Café am Rosenhang: Genauso wie auf ihre Partien freuen sie sich über ihre erste Zusammenarbeit.  Premiere am 7. Mai, 17 Uhr, Opernhaus. Regie: Lorenzo Fioroni, Dirigent: Patrik Ringborg. Karten: Tel. 0561 / 1094-222.

Von Werner Fritsch

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