Kasseler Staatsorchester-Klarinettist bei Eröffnungskonzert der Elbphilharmonie

Begeistert von der Elbphilharmonie: Der Kasseler Klarinettist Alfred Wurm bei der Probe im großen Saal. Foto: privat/nh

Kassel/Hamburg. Das erste Mal war Alfred Wurm überwältigt, als er morgens in Hamburg zur Probe fuhr und vor ihm das riesenhafte Gebäude der Elbphilharmonie aus dem Nebel auftauchte.

Viel Zeit zur Bewunderung für den Bau der Architekten Herzog & de Meuron blieb zunächst allerdings nicht. Bevor der 56-jährige Kasseler Musiker das Gebäude betreten durfte, musste er einen Sicherheitscheck durchlaufen.

Alfred Wurm gehört zu den Glücklichen, die am kommenden Mittwoch bei der Einweihung von Deutschlands spektakulärstem - und mit 789 Mio. Euro teuerstem - Konzerthaus dabeisein dürfen. Weil das NDR Elbphilharmonie Orchester für das Eröffnungskonzert zusätzliche Musiker benötigt, erhielt der Klarinettist des Kasseler Staatsorchesters die Gelegenheit, bei diesem Projekt mitzuwirken. Wurm wird beim Eröffnungskonzert Bassetthorn, eine Klarinette in Tenorlage, spielen.

Mit einem riesigen Aufzug fuhr der Klarinettist nach der Kontrolle in den 10. Stock, wo er an der Rezeption eine Chipkarte bekam, die ihm als Musiker die entsprechenden Türen öffnet. Den nächsten Begeisterungsschub erlebte Wurm im 11. Stock. Dort fand er ein helles, schön eingerichtetes Stimmzimmer vor - der Ort, an dem sich die Musiker auf die Proben und Aufführungen vorbereiten. Während Stimmzimmer vielerorts eng und fensterlos sind, gibt es in der Elbphilharmonie eine Fensterfront mit Aussicht zum Hafen.

Restlos überwältigt war Alfred Wurm jedoch, als er im 12. Stock erstmals den großen Konzertsaal betrat, das Herzstück der Elbphilharmonie. Die Anordnung der Sitzsegmente rund um die Orchesterbühne, das edle Ambiente mit den hochwertigen Materialien allein war schon beeindruckend genug. „Aber man fragt sich als Musiker natürlich gleich: Wie klingt’s?“, sagt Wurm.

Und von dem Klangerlebnis mag der Klarinettist gar nicht aufhören zu schwärmen. „Man hört von seinen Mitmusikern alles, was Intonation und Zusammenspiel angeht, das ist ein einmaliges Erlebnis.“ Wurm hat schon in vielen, auch exzellenten Sälen wie dem neuen Luzerner Konzerthaus gespielt. Doch so einen Klang - „mit etwas Hall, wie in einer Kirche, aber super transparent“ - hat er noch nicht erlebt. Dabei hat der japanische Star-Akustiker Yasuhisa Toyota nicht nur an die Musiker gedacht. „Ich hatte Gelegenheit, mir den Klang von überall im Saal anzuhören, und er war auf jedem Platz fantastisch“, sagt Wurm. „Hier kommt das, was man sich in den Proben erarbeitet, einfach optimal rüber“, freut sich der Musiker.

Die Eröffnung der Elbphilharmonie ist für ihn ein Jahrhundertereignis - „und es ist ein wunderbares Gefühl, dass ich bei dem Konzert dabei sein darf.“

Service

Die Eröffnung der Elbphilharmonie am Mittwoch, 11. Januar, wird im NDR-Fernsehen live übertragen: 18 Uhr: Berichte, 18.30 Uhr: Festakt, 20.15 Uhr: Eröffnungskonzert. Es spielt das NDR Elbphilharmonie Orchester unter der Leitung von Thomas Hengelbrock. Mit Solisten und dem Chor des Bayerischen Rundfunks. Zu hören sind Werke von Beethoven, Cavalieri, Liebermann, Messiaen, Praetorius, Rihm, Wagner und Zimmermann.

Von Werner Fritsch

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