Auftakt mit Sommerfest am Sonntag

Kunsttempel und Literaturbüro Nordhessen ziehen zusammen

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Wollen der Literatur in Kassel mehr Gewicht geben: Friedrich Block vom Kunsttempel (links) und Karl-Heinz Nickel vom Literaturbüro Nordhessen vor dem Kunsttempel.

Kassel. Die Literaturszene in Kassel soll sichtbarer werden. Dafür haben sich jetzt die beiden wichtigsten Institutionen zusammengeschlossen: Das Literaturbüro Nordhessen und der Kunsttempel residieren ab sofort unter einem Dach: im Kunsttempel an der Friedrich-Ebert-Straße, gegenüber der Stadthalle.

Organisatorisch bleiben die Trägervereine Literaturhaus Nordhessen e.V. sowie Kunst und Literatur e.V. zwar getrennt, doch man erhofft sich effizienteres Arbeiten und vor allem eine größere Sichtbarkeit in der Stadt - die sich womöglich auch in einer besseren finanziellen Ausstattung, also einer verstärkten Förderung, bemerkbar machen könnte, so die Hoffnung.

Eingeläutet wird die Zusammenarbeit am Sonntag mit einem Sommerfest im Kunsttempel. Das findet während des Kultur-Rundgangs statt, zu dem die Kunstschaffenden des Vorderen Westens einladen.

Der Kunsttempel ist ein international ausgerichtetes Zentrum für Sprachkunst und für die Begegnung von Literatur/ Sprache mit anderen Kunstformen. Vorstand Friedrich Block organisiert auch das Kasseler Komik-Kolloquium. Das Haus mit seinen 100 Quadratmetern Ausstellungsfläche firmiert seit 1999 unter dem Namen Kunsttempel. Bei Ausstellungseröffnungen fasst es bis 200 Besucher, bei Lesungen bis 60. Die Stadt fördert den Kunsttempel mit 7500 Euro institutionell, und mit 7500 Euro für Projekte.

Das Literaturbüro ist aus dem Bewerbungsprozess Kassels als Europas Kulturhauptstadt hervorgegangen. 2004 wurde der Verein gegründet. Erstes Projekt, so Vorsitzender Karl-Heinz Nickel, war eine Datenbank der Literaturszene Nordhessens, von Schriftstellern bis zu Verlegern und ein Veranstaltungskalender, erste Schritte zum Sichtbarmachen der örtlichen Vielfalt.

Das Literaturbüro ist stark regional verankert, es organisiert etwa Lesungen mit nordhessischen Schriftstellern. Von der klassischen Veranstaltungsform Lesung bewegt man sich aber ein wenig weg, so Nickel. Das Literaturbüro arbeitet seit einiger Zeit vermehrt an Projekten, die die Literaturbranche unter die Lupe nehmen. Es erhält einen jährlichen Zuschuss von 5000 Euro durch die Stadt.

Schwergewicht des Vereinsengagements sind Aktivitäten rund um den bundesweit wiederentdeckten Schriftsteller Hans Jürgen von der Wense, der in den 30er-Jahren in Kassel lebte. Das Büro hat zwei internationale Wense-Tagungen organisiert, die dritte ist für 2012 geplant. Durch intensive Vermittlung des Vereins konnte Wenses Nachlass für Kassel gesichert werden.

Die Zusammenarbeit soll fördern, so Friedrich Block, „dass der Kunsttempel in einiger Zeit über Kassel hinaus als Haus für ästhetische Sprachkultur bekannt ist“. Man erhofft sich langfristig die Möglichkeit, ein hauptamtlich besetztes Büro einzurichten.

Sommerfest am Sonntag, 15 Uhr, mit Multimediastationen zur Hörspielgeschichte.

Von Bettina Fraschke

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