Ungewöhnliche Hitliste auf Spotify

Kassels Nummer eins: Der Erfolg des Rappers Pimf

In Hofgeismar daheim, in der Welt zu Hause: Rapper Pimf alias Jonas Kramski (22) bei einem Besuch in New York. Foto: Privat

Er nennt sich Pimf, weil er immer der Jüngste war, nun ist der Rapper Pimf aus Hofgeismar der Größte - zumindest in einer ungewöhnlichen Hitliste des Streamingsdienstes Spotify.

Als der Streaming-Dienst Spotify vorige Woche eine interaktive Landkarte der Musik veröffentlichte, war der Hofgeismarer Rapper Pimf komplett baff. Das schwedische Unternehmen analysierte, welche Lieder seine weltweit 75 Millionen Nutzer hören und erstellte dazu Playlisten von mehr als 1000 Städten. Mit dem Ergebnis, dass in Kassel nicht etwa Milky Chance oder Cro besonders häufig abgerufen werden, sondern Pimf.

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Damit hatte der HipHopper, der eigentlich Jonas Kramski heißt, nicht gerechnet. Sein im Juni erschienenes Debütalbum „Memo“ hat es in den Charts zwar bis auf Platz 49 geschafft, in der Heimat wurde er aber bislang belächelt, wie der 22-Jährige feststellen musste. Nun aber wird er sogar beim Bäcker auf seinen Erfolg angesprochen.

Für die Region könnte „Memo“ vielleicht das werden, was Herbert Grönemeyers „Bochum“ für den Ruhrpott ist: eine lokalpatriotische Hymne ohne Peinlichkeitsfaktor. Pimf erzählt vom Aufwachsen in der Provinz. Die „Reim-Metropole“ Hofgeismar nennt er in „Small City“ die „Stadt, in der nichts geht, deshalb machen wir was draus.“

Dieses Gefühl kennen tausende junge Menschen in der Republik. Vielleicht kommt das melodische Album mit seinen lässigen Beats auch deshalb nicht nur in der Region gut an. Gerade trat Pimf zum dritten Mal in Folge beim Splash auf, Deutschlands wichtigstem HipHop-Festival. Auf der Seebühne in Sachsen-Anhalt wurde er von 2000 Fans gefeiert.

Sein Stil erinnert an den Berliner Prinz Pi. Die Texte sind eher positiv, und im Sound steckt viel Liebe zum Detail. Sogar Spieluhren hat Pimf mit seinem Wiesbadener Produzenten Marq Figuli gesampelt.

Seine ersten musikalischen Schritte hat Pimf mit der Kasseler KWU Connection gemacht. Weil er immer der Jüngste war, nannte er sich Pimf. Bekannt wurde er vor allem durch seine Auftritte beim Video-Battle-Turnier VBT. Nun ist das Album da und sein Traum, von der Musik leben zu können, fast Wirklichkeit. Davon träumte er schon nach dem Fachabi an der Albert-Schweitzer-Schule in Hofgeismar.

Noch lebt Kramski bei seinen Eltern. Nebenbei betreut er einen behinderten Jungen. Manchmal ist er tagelang in Berlin, wo seine Plattenfirma sitzt und die Journalisten fragen, wieso er nicht aus Hofgeismar wegziehe. Aber nach einer Woche in der Hauptstadt ist er froh, wieder nach Nordhessen zu kommen, wo seine Freundin wohnt und er nebenbei in der Landesliga Handball spielt: „In Berlin ist alles so anstrengend und fließbandmäßig. Zu Hause habe ich meine Ruhe.“ Und jetzt auch seine Fans.

Pimf: Memo (Heart Working Class). Wertung: vier von fünf Sternen

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