Katalin Hercegh und das Kammerorchester Louis Spohr bei den Musiktagen

Glühende Intensität: Das Kammerorchester Louis Spohr beim Konzert der Kasseler Musiktage in der Kirche Kirchditmold. Foto: Zgoll

KASSEL. Hochspannung erfüllte am Freitag die Kirchditmolder Kirche: Katalin Hercegh und das Kammerorchester Louis Spohr beeindruckten bei den Kasseler Musiktagen mit dem Violinkonzert des zeitgenössischen lettischen Komponisten Peteris Vasks.

Für keinen Geringeren als den Jahrhundertgeiger Gidon Kremer hat Vasks sein 1997 uraufgeführtes Violinkonzert geschrieben. Der Untertitel „Fernes Licht“ verweist auf den Vorschein einer besseren zukünftigen Welt in der Ferne.

Das Werk hat eine fesselnde Dramaturgie mit starken Kontrasten. Neben Melodien, die teilweise von der lettischen Volksmusik geprägt sind, stehen aggressive Ausbrüche. Und der Solist muss drei anspruchsvolle Kadenzen meistern.

Katalin Hercegh gelang dies auf grandiose Weise. Die ungarisch-finnische Geigerin musizierte mit technischer Bravour und emotionaler Hingabe. Sie bot eine Bandbreite vom Zarten bis zum Kämpferischen und gab Vasks’ langen Melodiebögen eine glühende Intensität. Zu Recht bekam sie einen Riesenbeifall von den 450 Zuhörern.

Den Beginn bildete die Uraufführung von Ulli Göttes Streichorchester-Werk „Relations“, das im Auftrag der Musiktage entstanden war. Ein dichtes Beziehungsgeflecht, so konzertant-spielfreudig wie der Neoklassizismus Strawinskys. Götte erwies sich einmal mehr als eine individuelle Stimme innerhalb der Minimal Music.

Zum Abschluss erklang Anton Bruckners Streichquintett in einer Bearbeitung für Streichorchester. Mit ihrem packenden Zugriff machten die Musiker deutlich, wie modern Bruckner klingen kann. Diskontinuitäten wurden nicht geglättet: ein Bruckner der Abstürze und Gegensätze.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.