Die Kaufunger Kantorei mit dem Requiem von Luigi Cherubini

Abseits der ausgetretenen Pfade des Chorrepertoires: Dirigent Martin Baumann und die Kantorei Kaufungen. Foto: Schachtschneider

Kaufungen. Über den Komponisten Luigi Cherubini (1760-1842) sind begeisterte Urteile der größten Kenner überliefert.

Seine Oper „Medea“ war etwa für Johannes Brahms das Werk, das „wir Musiker als das Höchste an dramatischer Musik anerkennen“. Genauso geschätzt war im 19. Jahrhundert Cherubinis Requiem c-Moll (1816).

Da die meisten die Musik des italienischen Wahl-Parisers allenfalls vom Hörensagen kennen dürften, war die Aufführung seiner ersten Totenmesse in der Kaufunger Stiftskirche ein begrüßenswertes Ereignis. Knapp 200 Zuhörer erlebten die strenge, kühle Großartigkeit dieses Werks, das kein Geringerer als Beethoven einst zu seinem Begräbnis bestimmt hatte.

Ruhig, sachlich, mit Blick für das Machbare führte Bezirkskantor Martin Baumann die Kaufunger Kantorei und das Concertino Göttingen zu einer souveränen Darbietung. Das Konzert machte jedoch auch Cherubinis größte Schwäche deutlich: Seiner melodischen Erfindung fehlt die Prägnanz, die es zuvor in Franz Schuberts (ebenso sicher gespielter) „Unvollendeter“ gab.

Am Konzertbeginn stand die „Symphonische Kantate nach Worten aus Prediger Salomonis“ (1966) von Hans Chemin-Petit: eine eindrucksvoll- düstere Musik im Stil der gemäßigten Moderne. Kantor, Chor und Orchester verdienen viel Anerkennung, sich mit dieser nicht einfachen Tonsprache auseinandergesetzt zu haben. Den Höhepunkt setzte freilich die Staatstheater-Mezzosopranistin Maren Engelhardt mit ihrem eindringlichen Solo.

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