Kaufunger Stiftssommer: Sympathischer Wahnsinn

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Kein Liedgut ist vor ihnen sicher: Das Trio Bidla Buh. 

Kaufungen. Warum fährt der Mannschaftsbus des SV 07 bei Rot über die Ampel? Na klar, damit die Kicker wenigstens in Flensburg ein paar Punkte bekommen. Ha, ha. Nicht alle Witze sind so flach, die am Donnerstagabend beim Kaufunger Stiftssommer im Stiftshof erzählt wurden.

Glücklicherweise entpuppte sich selbst der aus Flensburg als Bringer, hat das Trio Bidla Buh aus Flensburg schließlich auch Bier mitgebracht.

Dass dieses nicht nur für seinen herb-würzigen Geschmack steht, sondern mit Ploppverschluss hervorragend als Musikinstrument dient, beweisen die schwarz befrackten Herren mit der roten Rose überm Herz unter lautem Gejohle ihrer rund 50 Zuhörer. Irgendwie sind sie eben echte Prachtkerle. Musikalisch gesehen zumindest. Und das nicht nur, weil sie sich in ihrem Best-of-Programm selbst so benannt haben. Unter einer dicken Schicht Ironie und Slapstick verbergen sich mit Hans Torge Bollert, Olaf Klindtwort und Jan-Frederick Behrend drei exzellente Entertainer. Die studierten Musiker haben ihr eigenes Genre geschaffen, das durch viele Facetten - ob mit Ukulele, steppend, pfeifend oder a cappella – begeistert. Bollert gibt dabei nicht nur auf der gestopften Trompete, am Akkordeon und Mikrofon den Takt an. Keck führt er durch den Abend, mit einer ordentlichen Portion Schmalz im Haar und in der Kehle.

Benannt nach Georg Kreislers Lied „Bidla Buh“, in dem 14 Damen geliebt, verwöhnt und gemordet werden, leben die Hanseaten ihre Leidenschaft für die Liebe, die Ironie und den sympathischen Wahnsinn. In dem fallen sie über das gesammelte Liedgut her, vom Grammofon-Klassiker bis zum Pop-Œuvre, von Mozarts „Kleiner Nachtmusik“ bis zu Bobby McFerrins „Don’t worry, be happy“. Den kleinen grünen Kaktus schicken sie einmal um die Welt, um ihn auf Jamaika als dicken Joint brennen zu lassen, in Sibirien mit „Kalinka on the rocks“ zu servieren oder in Spanien mit den Gipsy Kings über die Flamenco-Bühne zu schicken. Das macht Spaß, das bringt Freude. Den einen oder anderen flachen Gag verzeiht man da gern.

Von Sascha Hoffmann

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