Enno Bunger im Schlachthof Kassel

Schreibt schöne Pop-Hymnen und hat viel Witz: Sänger und Pianist Enno Bunger, der der Band seinen Namen gab. Foto: Schachtschneider

Kassel. Enno Bunger bringt sogar Rocker zum Weinen. Einmal spielte die aus Ostfriesland stammende Band als Vorgruppe für eine Metal-Formation vor harten Männern in Kutten.

Die Geschichte hat Sänger und Pianist Enno Bunger, der der Band seinen Namen gab, am Freitag beim Konzert im vollen Kulturzentrum Schlachthof erzählt. Sie ist nicht ganz unwichtig, um zu verstehen, wer dieses Trio eigentlich ist, das in Kassel zu viert auftrat. Auf dem letzten Album „Wir sind vorbei“ spielt Frontmann Bunger getragene Klaviermelodien in Moll und singt zehn Lieder lang von der gescheiterten Beziehung zu seiner Ex-Freundin.

Manche verglichen die Band darum mit erfolgreichen und auswechselbaren Heulsusen wie Tim Bendzko, die ebenfalls über persönliches Unglück singen. Zu Unrecht. Denn Bunger schreibt schöne Pop-Songs zwischen Euphorie und Melancholie, und live ist er ein sehr witziger Entertainer.

So erklärte er, wie ihn durch einen Auftritt in der ARD-Show „Inas Nacht“ „Leute kennengelernt haben, von denen man eigentlich nicht will, dass sie einen kennen“. Ihre an die frühen Coldplay erinnernden Hymnen spielt die Band live sehr viel dynamischer. Statt Gitarren verwenden Enno Bunger zwei Keyboards – auch so kann man rocken (wenngleich es zwischenzeitlich etwas laut war).

Am Ende hätte man glatt weinen können, denn die Band wird sich bald auflösen. Bunger will allein weitermachen. Die Zuschauer, die zuvor schon den charmanten Auftritt der Alternative-Band Heinrich II aus Hann. Münden genossen hatten, applaudierten jedoch lieber und lächelten dabei.

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