Kein bisschen müde: Bruce Springsteen in Frankfurt

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Der Malocher: Bruce Springsteen in Frankfurt. 

Frankfurt. „Vielleicht ist das ja seine letzte Tour“, sagt einer vor dem Konzert in der S-Bahn. Doch danach sieht es nicht aus, denn wer Bruce Springsteen und seine E-Street-Band am Freitag in der Frankfurter Arena gesehen hat, weiß: Der Rocker aus New Jersey ist kein bisschen müde.

Schon der Konzertauftakt mit dem Klassiker „Badlands“ beweist mühelos das Gegenteil. Springsteen und seine erweiterte Band – 15 Personen stehen mit ihm auf der Bühne – geben sofort Vollgas. Nahtlos spielt sich das Ensemble durch das beeindruckende Repertoire des 62-Jährigen.

Springsteen hat sich seine Ansagen auf Deutsch aufschreiben lassen, denn er hat eine Botschaft. Sein aktuelles Album „Wrecking Ball“ rechnet mit den Auswüchsen des Kapitalismus ab, und viele dieser Stücke spielt er in Frankfurt.

Die Botschaft dieser Songs ist so eindeutig, dass er sich nach langer Zeit wieder traut, den Gassenhauer „Born In The USA“ in der Rockvariante zu spielen. Die Befürchtung, das Stück könne wieder als Hurra-Patriotismus missverstanden werden, hat er offensichtlich abgelegt.

Musik ist harte Arbeit

Doch das Konzert ist keine Politveranstaltung, sondern in erster Linie eine große Party mit 41 000 Gästen. Springsteen ist und bleibt der Malocher der Rockmusik. Bei ihm ist das Musikmachen immer auch harte, ehrliche Arbeit.

In Frankfurt sucht er immer wieder den Kontakt zum Publikum. Er holt zwei Kinder auf die Bühne, die einen Refrain singen; leiht sich ein Handy und singt hinein, nur um es kurze Zeit später ins Publikum zu werfen.

Und doch geht die Zeit an der E-Street-Band nicht spurlos vorbei. Ergreifend, als in „Tenth Avenue Freeze-Out“ plötzlich die Musik stoppt und Bilder vom verstorbenen Saxofonisten Clarence Clemons gezeigt werden. Clarences Neffe Jake, der jetzt das Saxofon spielt, hat das Zeug, in die Fußstapfen des Onkels zu treten.

30 Songs und satte dreieinhalb Stunden Rock’n’Roll mit der vielleicht immer noch besten Live-Band der Welt: So lange Springsteen und seine Leute so gut in Form sind, muss sich der Nachwuchs ganz warm anziehen.

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