Neu im Kino: Christian Ulmens Experiment „Jonas“ ist zu unspektakulär geraten

Kein Bock auf Schule

Schule kann auch Spaß machen: Christian Ulmen (Mitte) als Jonas in der Gesamtschule „Paul Dessau“ in Zeuthen. Foto: Delphi

Viele Erwachsene schrecken regelmäßig schweißgebadet aus dem Schlaf hoch, weil sie im Traum wieder Schüler waren und etwa vor einer unlösbaren Aufgabe an der Tafel standen. Auch Entertainer Christian Ulmen wurde von solchen wiederkehrenden Albträumen geschüttelt. In dem semi-dokumentarischen Filmexperiment „Jonas“ stellte er sich bei laufendem Schulbetrieb seinen Ängsten.

Jonas (Christian Ulmen) ist 18 Jahre alt und bekommt eine letzte Chance auf einen geregelten Schulabschluss. Der Schuldirektor macht dem Neuling klar, dass es eine Aufnahme auf Probe ist. Nach ein paar Wochen werden die Fachlehrer Jonas’ Leistungen beurteilen und entscheiden, ob der Unterricht für ihn Sinn macht.

Die Kamera begleitet den Protagonisten im Unterricht, in den Pausen und in der mitunter feuchtfröhlichen Freizeit mit den neuen Kameraden. Wenn er an der Tafel steht und mal wieder keine Ahnung hat, fühlt das Publikum mit ihm. Und dann läuft Jonas auch noch diese Göttin über den Weg. Frau Maschke ist eine reife Frau, Musiklehrerin und wahrscheinlich in festen Händen, aber Jonas ist hin und weg. Um ihr zu gefallen, gründet er sogar eine Schülerband.

Da kam etwas zu auf die Gesamtschule „Paul Dessau“ in Zeuthen. Natürlich waren Lehrer und Schüler eingeweiht, wer da für sechs Wochen das Kollektiv erweitern würde. Der Außenstehende wird niemals wirklich wissen, wie groß der Anteil ungeschminkten Lebens ist, welche Szenen inszeniert wurden und welche Situationen der Anwesenheit eines Prominenten geschuldet sind, aber das Gesamtpaket namens „Jonas“ fühlt sich schon sehr echt an.

Christian Ulmen geht - wie schon in seinen erfolgreichen TV-Formaten „Mein neuer Freund“ und „ulmen.tv“ - völlig in seiner Figur auf. Er verschwindet gänzlich hinter dem sympathischen Legastheniker Jonas, der gemeinsam mit dem Zuschauer noch einmal die Schulbank drückt. Im Gegensatz zu anderen Charakteren erlaubt es Ulmen dem Protagonisten diesmal nicht, besonders lustig zu sein.

Aber 106 Minuten der unspektakulären Realität sind dann doch ein bisschen viel. Irgendwann hat der Zuschauer keinen Bock mehr auf Schule, weil er morgen selbst wieder hin muss oder weil er sie Gott sei Dank hinter sich gebracht hat. Christian Ulmens Albträume haben sich nach dieser neuerlichen Schul-Erfahrung übrigens verflüchtigt.

Genre: Komödie

Altersfreigabe: ab 6

Wertung: !!!::

www.hna.de/kino

Von André Wesche

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