Shantel und seine Bucovina-Band begeisterten ein junges Publikum bei „Sommer in Park“ in Vellmar

Kein Konzert zum Sitzenbleiben

Polkabeats und feurige Melodien: Shantel und seine Band lockten ein junges und tanzfreudiges Publikum zu „Sommer im Park“. Foto: Schachtschneider

Vellmar. Das war neu. Mit dem Balkan-Popper Shantel und seiner Bucovina-Band präsentierte man beim „Sommer im Park“-Festival ein Format, von dem sich ein jüngeres, bewegungsfreudigeres Publikum angesprochen fühlte, als das etwas gesetztere Auditorium, das die Sitzreihen dort in vielen Fällen sonst füllt.

Stehen und tanzen statt sitzen und zuhören, lautete die Devise. Entsprechend gedrängt tummelten sich die Fans treibender Polkabeats und feuriger Melodien vor der Bühne. Eine Etage höher wirbelte Komponist, Sänger und Gitarrist Stefan Hantel, alias Shantel, wie ein aufgekratzter Roadrunner über die Bretter und animierte mit ausladenden Gesten die lautstarke Partygemeinde.

Wurzeln im Osten

Unterstützt wurde er dabei von sechs Instrumentalisten und zwei Sängerinnen, die alle in Ost- und Südosteuropa ihre Wurzeln haben, bis auf den exzellenten Schlagzeuger Marcus Darius, der zwar aussieht wie ein rumänischer Türsteher, aber in Frankfurt am Main geboren wurde. Er setzte mit präziser Leichtigkeit die Rhythmen auf Clubfrequenz, saugte den tiefen Tubasound in seine Bassdrum und peitschte die Bläserlinien und die Akkordeonmelodien von den Karpaten bis an das Mittelmeer.

Außenseiter der Weltmusik

Spielertrainer Shantel mischt Traditionelles mit Modernem, vermeidet aber Begriffe wie Authentizität und Kultur. Er fühlt sich der Weltmusik nicht zugehörig, sondern sortiert stattdessen die musikalischen Elemente zwischen Lifestyle, Wikileaks und Haschischidylle ein. So schlägt er den Bogen von Punk über Ska bis Techno.

Dass er bei seiner Moderation konfus vor sich hin plapperte, konnte man ihm aufgrund der Klarheit und Kraft der Songs verzeihen. Die Begeisterung der Gäste bestätigte den Veranstalter in seiner Absicht, solche Ereignisse wieder anzubieten.

Von Andreas Köthe

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