Neu im Kino: Hans-Christian Schmids Drama „Was bleibt“

Keine glückliche Familie

Kehrt nach Hause zurück: Marko (Lars Eidinger) mit seinem Sohn Zowie (Egon Merten). Foto: Pandora

Was gibt es Traurigeres, als getrennt lebende Eltern, die sich am Besuchswochenende die Frucht ihrer ehemaligen Liebe übergeben? Mit einer solchen Szene beginnt der neue Film von Hans-Christian Schmid, der 1995 mit der Komödie „Nach fünf im Urwald“ Franka Potente zum Star machte.

Mittlerweile interessiert sich der in Altötting geborene Filmemacher scheinbar nur noch für die ernsten Facetten des Lebens. Werke wie „Requiem“ und „Sturm“ werden zwar völlig zu Recht mit Preisen überhäuft, die tumultartigen Szenen an der Kinokasse bleiben aber aus. Das wird sich auch mit „Was bleibt“ nicht ändern.

Mutter Gitte (Corinna Harfouch) hat ihre beiden Söhne nach Hause bestellt. Nach vielen Jahren der Medikation gegen Depressionen setzt sie die Tabletten ab, kündigt sie an. Vater Günter ist entsetzt. Sohn Marko (Lars Eidinger), der als freier Autor in Berlin lebt und dessen Beziehung gescheitert ist, bringt sein Kind mit ins Elternhaus. Bruder Jakob (Sebastian Zimmler) versucht sich als Zahnarzt.

Viele Konflikte rütteln an den Grundfesten der Familie. Dann sorgt ein tragisches Ereignis dafür, dass man sich wieder der wichtigen Dinge besinnt.

Hans-Christian Schmid ist ein exzellenter Regisseur. In „Was bleibt“ ist es die wunderbare Corinna Harfouch, die mit zurückgenommenem Spiel den Katalysator der familiären Chemie gibt. Leider nähert sich Schmid der Geschichte eher mit dem Kopf als mit dem Herzen. Der emotionale Funkenschlag bleibt aus.

Genre: Drama

Altersfreigabe: ab 12

Wertung: !!!::

Von André Wesche

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