Keine ist so heiß wie sie: Gayle Tufts beim Baunataler Herbstpalast

Beim Publikum willkommen: Gayle Tufts trat bereits zum dritten Mal in Baunatal auf. Foto:  Fischer

Baunatal. Mit dickem rotem Filzstift schreibt sie Widmungen und Autogramme, ist konzentriert und hat für jeden Einzelnen ein zauberhaftes Lächeln und ein freundliches Wort. Kein Wunder, dass sie ihre Fans so lieben. Kurz zuvor hat Gayle Tufts die Baunataler Stadthalle gerockt, ein ausverkauftes Haus mit über 460 Zuschauern.

„Schön, wieder hier zu sein“, sagt die Entertainerin zu Beginn ihres Auftritts. Mit ihrer wilden Mischung aus englischer und deutscher Sprache wurde sie durch Comedy-Auftritte bekannt. Die Amerikanerin, die seit 22 Jahren in Berlin lebt, ist aber auch eine begnadete Sängerin.

In ihrem Programm „Some like it heiß“ wird die 52-Jährige von dem fantastischen Pianisten Marian Lux begleitet, den sie als jungen Schwulen aus dem Osten vorstellt. Wenig später wird auch klar, warum: „Wir diskutieren die Wechseljahre und haben Spaß dabei“, kündigt Gayle Tufts an und meint das völlig ernst.

Mit Fragen zum Thema „Bin ich schon drin?“ geht das Programm los: „Haben Sie schon mal Ihren Mädchennamen vergessen?“, will Gayle Tufts wissen. „Ist es heiß hier, oder liegt das an mir?“, hätte sie sich anfangs gewundert. Oder: „What is my Mother doing in the Spiegel?“ Schließlich fragt sie noch: „Do you have a Damenbart?“

Dreißig Kilo habe sie abgenommen. „I want to be Michelle Obama, I want to have her Oberarme“, singt sie voller Inbrunst und lacht sich über den Vorschlag aus dem Publikum kaputt, schlaffe Haut an den Armen, Winkefleisch genannt, doch mit Chicken Wings zu übersetzen.

Auf „Fever“ und „I’m every woman“ folgt „Heatwave“ im sexy Abendkleid auf mörderisch hohen Glitter-Pumps, die „frau“ in den Wechseljahren gar nicht mehr tragen mag. Ausgesöhnt mit „the change“, dem Wandel, den Veränderungen eines Wechselweibes, folgte noch eine zauberhafte Komposition von Marian Lux zum Gedenken an den verstorbenen Kollegen Dirk Bach. Tosender Applaus.

Von Bettina Wienecke

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