Der Panikrocker ist längst ein lebendes Denkmal

Keine Panik: Udo Lindenberg wird 65

Grüßt als Rockrentner: Udo Lindenberg, der heute seinen 65. Geburtstag feiert. Foto: dpa

Rechtzeitig vor dem Eintritt ins Rentenalter wurde er zum Musical-Helden. Im Januar hatte in Berlin das Musical „Hinterm Horizont“ Premiere, das die Liebesgeschichte zwischen dem jungen Rocksänger Udo aus Hamburg und Jessy, einem „Mädchen aus Ostberlin“ erzählt - angelehnt an Lindenbergs Lied aus den 70er-Jahren.

Keinem anderen Rockmusiker in Deutschland wurde bisher ein solches Denkmal gesetzt. Das ist sogar mehr als das, was sich der aus dem westfälischen Gronau stammende Sohn eines Installateurs selbst als junger Musiker vorgenommen hatte: „Reich und berühmt“ wollte er werden.

Reich genug, um im Hamburger Hotel „Atlantic“ zu wohnen ist er auf jeden Fall, berühmt ist er, seit er 1973 mit dem Panikorchester und dem Album „Andrea Doria“ den Durchbruch schaffte, Und jetzt also auch Denkmal - sogar wörtlich: Im Hamburger Panoptikum ist er als Wachsfigur zu bewundern. Es selbst will sie sich aber noch nie angesehen haben.

Lindenberg-Sprüche kennt jeder in Deutschland: „Alles klar auf der Andrea Doria“, „Keine Panik auf der Titanic“, Rudi Ratlos und Elli Pyrelli gehören zur Bundesrepublik wie Udo Lindenbergs Nuschelsprech.

1983 brachte er mit dem Lied „Sonderzug nach Pankow“ sogar neuen Schwung ins deutsch-deutsche Verhältnis - samt Auftritt im Ostberliner Palast der Republik. Eine für 1984 geplante DDR-Tournee sagten die Machthaber in Ostberlin allerdings wieder ab.

Für seine Verdienste um die deutsche Sprache in der Rockmusik erhielt Lindenberg im vergangenen Jahr in Kassel den Jacob-Grimm-Preis. Und auch seine Bilder stellte der Hobby-Künstler in der Kasseler Galerie Puri aus. Nun ist er 65 - für ihn ist das „eine Zahl von der Firma Scheißegal“.

Von Werner Fritsch

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