Neu im Kino: „Inuk“ – Ein Junge auf der Suche nach seiner eigenen Identität

Das Eis neu kennen lernen

Erlebnisse im Eis: Inuk (Gaba Petersen) und Naja (Sara Lyberth). Foto: Neue Visionen

Inuk setzt seine Kopfhörer auf, legt sich auf sein neues Bett und schließt die Augen. Gerade wurde er in den hohen Norden von Grönland, nach Uummannaq, geschickt. In ein Jugendzentrum. Seine Mutter ist seit dem Tod seines Vaters Alkoholikerin und schafft es nicht, sich um ihn zu kümmern. Auf Uummannaq schottet sich Inuk mit seiner Musik immer mehr ab. Erst als Betreuerin Aviaaja einen Ausflug mit den Robben-Jägern auf dem Eis vorschlägt, taut Inuk auf der Abenteuer-Reise langsam auf.

Regisseur Mike Magidson schaffte einen sensiblen Film, der ohne viel Dialog auskommt. Mit Kameraaufnahmen aus der Vogelperspektive wird dem Kinobesucher die unglaubliche Weite des blütenweißen Eises auf Grönland gezeigt.

Bis Inuks Vorgeschichte erzählt wird, vergeht leider über eine halbe Stunde. Dann nimmt der Film langsam eine Wende. Magidson lässt Inuks Charakter in kleinen Szenen immer mehr aufleuchten. Der Regisseur zeigt Inuks Einfühlungsvermögen, aber auch seine Wut, die dann zum Ausbruch kommt, als er sich ganz allein auf dem Eis befindet. Mit dem Robbenjäger Ikuma begibt er sich auf eine Reise, die nicht nur ihn, sondern auch Ikuma verändert. „Für Eis gibt es auf Grönländisch mehrere Worte“, sagt eine Stimme aus dem Off. Dass Eis mehr als nur ein Wort ist, wird Inuk am Ende des Films klar.

Gaba Petersen, der Inuk spielt, lebt selbst in dem Jugendheim auf Uummannaq. Auf die ein oder andere Weise erlebte er seine eigene Geschichte noch einmal vor der Kamera. Eine Geschichte, die sich im Film erst langsam entwickelt, aber dafür umso tiefer im Gedächtnis bleibt.

Genre: Drama

Altersfreigabe: ab 12

Wertung: !!!::

Von Franziska Kiele

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