Kerngesunder Blues: Die Aching Bones im Theaterstübchen

Volle Kraft voraus: Die Bluesrockband Aching Bones mit (von links) Susanne Nottarp, Michael Dittmar, Karsten Müller und Hein Fuhrmann. Nicht im Bild: Frankie Schartner. Foto: Fischer

Kassel. Aching Bones heißt übersetzt „Schmerzende Knochen“. Warum sich diese Formation diesen Namen gegeben hat, erklärte Sänger, Frontmann und Bluesharp-Spieler Michael Dittmar witzelnd gleich zur Begrüßung: „Hüfte, Hexenschuss, Rücken – bei uns ist das Programm.“

Mag sein, die Musik des Quintetts geht jedenfalls nicht am Stock, sondern kraftvoll voran – wie es sich für Bluesrock gehört. Da heizen wuchtige Gitarren (Hein Fuhrmann und Frank Schartner) ein, erdet ein satter Bass (Susanne Nottarp), treibt das Schlagzeug an (Karsten Müller) und der Gesang von Michael Dittmar krönt das Ganze: druckvoll, rau, mitreißend. Das gilt auch für seine einpeitschenden Soli auf der Bluesharp. Dittmar gießt damit immer wieder Öl in die Flammen.

Am Dienstag spielte die Band vor 50 Besuchern im Theaterstübchen. Das Repertoire des Quintetts, das in einer kleinen Gartenhütte in Ehlen probt, spiegelt viele Facetten des Blues. So zum Beispiel den Delta-Blues, den Soul-Blues und, besonders mitreißend: den Blues-Rock.

Einige knackige Eigenkompositionen sind ebenfalls dabei. Die meisten Stücke aber kommen aus der Feder renommierter Musiker wie Bernard und Luther Allison, Henrik Freischlader oder auch Jonny Lang – von dem eine schöne Version von „Still Raining“ zu Gehör kam. Und, nicht zu vergessen, Stücke vom im letzten Jahr verstorbenen amerikanischen Gitarristen und Bluesrock-Sänger Mark Selby, etwa die Ballade „Back Door To My Heart“, bei der Dittmar zeigte, dass er nicht nur viel Power, sondern auch viel Gefühl in der Stimme hat. Zudem ist er ein sehr temperamentvoller Performer.

Seine Bühnenkollegen können in dieser Hinsicht zwar kaum mithalten, demonstrieren aber auf ihren Instrumenten Blues-Rock mit Schmackes und Feeling. „Keep On Playing Blues“ (Spiel den Blues weiter) ist der Titel eines der letzten Stücke des Abends. Genau das kann man dieser Band nur empfehlen – auch ihren Knochen. Denn spielen die Fünf den Blues, scheint jeder Schmerz verflogen. Lautstarker Applaus, eine Zugabe.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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