Neu im Kino: „Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel“ nach Cornelia Funke

Kinder retten das Fest

Festlicher Moment: Charlotte (Mercedes Jadea Diaz) und Ben (Noah Joel Kraus) mit dem Weihnachtsmann (Alexander Scheer). Foto:  dpa

Was wäre die deutsche Kinderbuchwelt ohne Cornelia Funke? Über vier Millionen Exemplare ihrer Kinder- und Jugendromane sind hierzulande über die Ladentische gegangen. Aber das sind nur Zahlen, mit denen der tatsächliche Einfluss Funkes auf die Lesewelt der Kinder kaum abgewogen werden kann. In der „Tintenherz“-Trilogie hat sie eine vielschichtige Fantasiewelt erschaffen, die nach „Harry Potter“ zum wichtigsten Paralleluniversum für lesebegeisterte Jungen und Mädchen geworden ist.

Aber in Funkes Werk gibt es auch Bücher, die etwas ungelenk zwischen Realismus und Fantasy hängen, und dazu gehört „Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel“, der nun von Oliver Diekmann für die Leinwand adaptiert wurde. Hier landet der letzte echte Weihnachtsmann vom Himmel vor den Füßen von Ben (Noah Kraus), der mit seinen Eltern gerade aus München in eine Kleinstadt gezogen ist.

Der Herniedergekommene nennt sich Niklas Julebukk (Alexander Scheer) und hat sich mit Engeln und Kobolden in einem Bauwagen eingerichtet. Er wird verfolgt von dem bösen Waldemar Wichteltod (Volker Lechtenbrink), der sich für die Wunschträume der Kinder nicht interessiert, sondern das geliebte Fest in eine gewinnbringende Konsumorgie verwandeln will.

Gemeinsam mit dem eigensinnigen Nachbarsmädchen Charlotte (Mercedes Jadea Diaz) tritt Ben gegen Wichteltod und seine Nussknackerbande an. Diekmann setzt die schmale literarische Vorlage werkgetreu und inspirationsarm um. Die gestalterische Freiheit, die sich etwa Detlev Buck mit dem Funke-Roman „Hände weg von Mississippi“ genommen hat, fehlt hier völlig. Einzig die Verfolgungsjagden mit den Wichteltodmannen wurden durch ein wenig Motorschlitten-Action aufgepeppt.

Die steifbeinigen visuellen Effekte, die Real- und Fantasy-Elemente miteinander verbinden sollen, dürften hingegen die Generation Gameboy kalt lassen. Äußerst angestrengt wirken auch die Versuche des fehlbesetzten Alexander Scheer, der Rolle des Weihnachtsmannes Coolness einzuhauchen. Aber das größte Manko des Films liegt im Atmosphärischen, weil es Diekmann nicht gelingt, auf der Leinwand einen eigenen visuellen Zauber zu entwickeln.

Genre: Kinderfilm

Ohne Altersbeschränkung

Wertung: !!:::

www.hna.de/kino

Von Martin Schwickert

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.