Kindermusiktage: Die Hexe wird zur Fee

„Der süße Brei“: Viel Einsatz zeigten die Viertklässler der Fritz-Hufschmidt-Schule aus Zierenberg bei ihrer Darstellung des Grimm’schen Märchens. Im Hintergrund die Musiker des Vogler Quartetts. Foto: Koch

Kassel. Wer glaubte, das Märchen von Hänsel und Gretel zu kennen, der bekam am Mittwochabend Zweifel. Beim Schülerkonzert der Nordhessischen Kindermusiktage in der Halle von E.on Mitte geschah Merkwürdiges: Die Mutter eine arge Zicke, aus der Hexe wird eine Fee, am Ende ist der Vater tot, stattdessen gibt es einen neuen nebst zweier Säuglinge.

„Greta und das böse Muttchen“ heißt diese schräge Fassung der Geschichte. Ausgedacht und fabelhaft aufgeführt hat sie eine vierte Klasse der Grundschule Elgershausen. Unter den Schülern, die vom Vogler Quartett mit Musik von Schostakowitsch und einer Streicherklasse aus Elgershausen und Baunatal begleitet wurden, fanden sich so viele Schauspieltalente, dass man Intendanten großer Theater ein Video schicken sollte.

Begonnen hatte das Ereignis mit einen Darbietung, an der besonders viele Personen mitgewirkt hatten: „Der süße Brei“, ebenfalls von den Brüdern Grimm. Thomas Rimes, Kapellmeister am Staatstheater, hatte mit Zehntklässlern der Elisabeth-Selbert-Schule Zierenberg für Viertklässler der Fritz-Hufschmidt-Schule aus der Kleinstadt am Dörnberg eine hübsche, musikalisch reizvolle Fassung erarbeitet, die mit großem Einsatz über die Bühne ging.

Danach gaben die vier „Voglers“ eine Kostprobe aus ihren Kinderkonzerten: Man konnte sehen und hören, wie Erwin Schulhoff zu seiner „Tarantella“ kam. Am Ende des gut besuchten Konzerts dann eine Geschichtsstunde. Nicht jeder, der altes Volksgut sammelte, hieß Grimm. So begab sich auch der Kasseler Lehrer Johann Lewalter auf die Suche.

Aus einigen der Lieder, die er in Nordhessen aufgezeichnet hat, haben Abiturienten des Friedrichsgymnasiums ein Stück für die 4a der Grundschule Bossental geschrieben. Bei den Liedern aus Rengershausen, Harleshausen und Kirchditmold lernten auch überzeugte Lokalpatrioten Neues kennen. Am Ende gab es „Ich kenn ein Land so reich und so schön“ zum Mitsingen. Leider konnte niemand mehr das „Hessenlied“ auswendig.

Von Johannes Mundry

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