Neu im Kino: „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2“ setzt auf Action

Gefährliche Begegnung: Harry Potter (Daniel Radcliffe) und Lord Voldemort (Ralph Fiennes). Foto:  Warner/ nh

Mit Donnergetöse feiert Zauberlehrling Harry Potter im achten und letzten Abenteuer „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2“ seinen Abgang.

Der lang erwartete Abschluss der Mega-Saga, die zehn Jahre lang die Kinogänger begeisterte, präsentiert sich als Kontrastprogramm zum elegischen siebten Film. Jetzt geht’s in der Entscheidungsschlacht ans Eingemachte.

Im vorigen Film flüchteten die Zauberschüler Harry, Hermine und Ron vor den Häschern von Lord Voldemort quer durchs Land. Nun entpuppt sich Internat Hogwarts als letzte Etappe der Schnitzeljagd. Im Guerillastil infiltrieren Harry & Co ihre alte Schule und bewegen Schüler und Kollegium zum Putsch gegen Direktor Snape. Während die Truppe gegen Voldemorts anrückende Armee kämpft, macht Harry eine fürchterliche Entdeckung.

„Harry Potter“ ist ein Kulturphänomen der Superlative. Die Filmserie hat seit ihrem Start 2001 rund 6,4 Milliarden Dollar (4,6 Mrd. Euro) eingespielt. Zwar ließ sich der Plan, pro Jahr einen der sieben Potter-Bände zu verfilmen, nicht durchhalten. Doch während der zehnjährigen Dreharbeiten ist fast das gesamte Ensemble noch dabei.

Die Hauptdarsteller Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint wurden unter den Augen des Publikums erwachsen. Die Regie blieb bei David Yates, der auch die drei vorhergehenden Potter-Filme inszenierte.

Der Brite setzt erneut auf konsequent düstere Szenarien, in denen viel gestorben wird. Mit 3D-Unterstützung werden Drachen von der Kette gelassen und atemberaubende Achterbahnfahrten durch unterirdische Schluchten vorgeführt. Die Schlacht um Hogwarts erinnert mit Feuerbomben, einstürzenden Gewölben, Lazaretten und churchill-haften Durchhalteparolen an einen Kriegsfilm. Doch der Effektezauber - so verfügt die Hogwarts-Trickkiste über steinerne Armeen - nimmt nie überhand, weil Yates lieber auf emotionale Höhepunkte setzt.

In der vergleichsweise kurzen Filmdauer von 130 Minuten werden lieb gewonnene Magier allerdings ruck, zuck abserviert, weil für Abschiede keine Zeit bleibt. Auch die zweigeteilte Verfilmung des backsteindicken siebten Bandes reicht eben nicht aus, um Rowlings farbiges Romanpersonal angemessen zu würdigen.

Trotz des Tempos aber kommt man nicht umhin, den komplexen Schaltplan der Bestsellerautorin zu bewundern, die alle Fährten, Sippen-Zerwürfnisse, Tote, Zauberstab-Staffelübergaben und viel magisches Brimborium lückenlos und psychologisch stimmig zusammenführt.

Ralph Fiennes wütet als böser Voldemort in Shakespear’scher Pose durchs Getümmel. Vor allem aber schlägt die große Stunde von Alan Rickman alias Snape. Der fiese Pauker steigt dank Rowlings genialer Schlusspointe zum Star des Finales auf. Nicht der zauberhafte Kuss zwischen Ron und Hermine, sondern Snapes Tränen setzen der Potter-Ära einen würdigen Schlusspunkt. (dapd)

Genre: Fantasy

Altersfreigabe: ab 12

Wertung: !!!!:

www.hna.de/kino

Von Birgit Roschy

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