Die amerikanische Comic-Zeichnerin Hellen Jo bei Rotopol

Das Kino im Kopf

Präzise im Ausdruck: Illustration der Zeichnerin Hellen Jo. Foto: Ammermüller

Kassel. Junge Frauen hocken zusammen. Sie rauchen, trinken oder gehen anderen Beschäftigungen nach. Die US-amerikanische Comiczeichnerin Hellen Jo beleuchtet schlaglichtartig die Jugendkultur des Untergrunds, unverhohlen, präzise und illustrativ. „Deep Cut“ heißt die erste Einzelausstellung der jungen Künstlerin bei Rotopol.

Oft ist es ein Detail, welches die Monotonie der Gruppe aufreißt und dem Betrachter deutlich macht, dass etwas im Vorfeld geschehen ist - blutende Verletzungen, wie stille Zeugen einer ausweglosen Situation. Hellen Jo vermag es, in nur einer Szene eine ganze Geschichte zu erzählen. Wie ein kurzes Streiflicht beleuchtet die Zeichnerin eine Situation, die als Resultat eines Ereignisses steht. Das Kopfkino wird eingeschaltet und lässt viele Abläufe aufgrund des Dargestellten sichtbar werden. Auch das alttestamentarische Thema der Judith mit dem abgeschlagenen Haupt des Holofernes wird von Hellen Jo aufgearbeitet. Hier erscheint die Magd, welche Judith bei der Enthauptung des babylonischen Feldherren zur Seite stand, als Roboter.

Die Zeichnungen sind exakt und detailliert. Die Zeichnerin mit koreanischen Wurzeln lässt in ihren Comics asiatische Einflüsse deutlich werden. Eine kleine Ausstellung, die nicht nur Comicfans begeistert - viele kleine Szenen mit großer Wirkung.

Noch bis 13.8., Mo. bis Sa. 10 bis 13.30 und 14.30 bis 18 Uhr, Friedrich-Ebert-Str. 95.

Von Kirsten Ammermüller

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