Kritik zum Tatort aus Stuttgart: Die Not der Illegalen

Sie müssen immer aufpassen und können niemandem vertrauen: Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung. Illegale. Der Stuttgarter Tatort „Die Unsichtbare“ hat das gesellschaftliche Problem auf eine Gruppe ukrainischer Einwanderer heruntergebrochen. Eine TV-Kritik:

Sie haben sich nichts zuschulden kommen lassen, sind perfekt integriert und leben doch in ständiger Furcht davor, entdeckt und abgeschoben zu werden. Feinfühlig haben die Autoren Eva und Volker A. Zahn und Regisseur Johannes Grieser die Sorgen der Illegalen aufgegriffen und ihr Abhängigkeitsverhältnis zu Menschen gezeigt, die ihnen aus Nächstenliebe helfen oder ihre Situation schamlos ausnutzen.

Die Kriminalgeschichte lieferte nur den Aufhänger, im Mittelpunkt standen die Sorgen der Unsichtbaren. Leidtragende sind vor allem die Kinder, deren Not ergreifend inszeniert wurde. Leider mit stellenweise arg künstlichen Dialogen. Auch die „Guter Bulle böser Bulle“-Idee kam mitunter aufgesetzt daher, obgleich Richy Müller und Felix Klare als kabbelnde Kommissare sichtbar Spaß am Spielen hatten.

Doch der Hintergrund ist ernst. Schützen die Kommissare die Illegalen, machen sie sich strafbar, schieben sie sie ab, zerstören sie Familien. Eine Grauzone. Mit seinem harmonischen Ausklang hat es sich der Tatort jedenfalls zu einfach gemacht. Die Realität sieht leider anders aus.

Von Stefan Moriße, mor@hna.de

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