Der Niederländer Chris Hinze mit seinem Video-Konzert „Von Tanger bis Tibet“ im Schlachthof

Klänge und Bilder wirken zusammen

Eindringlich: Flötist Chris Hinze. Foto: Schoelzchen

Kassel. Ein Musiker, eine Querflöte, eine Kamera – mehr bedarf es nicht, um ausdrucksvolle, musikalische Porträts von Kulturen, Ländern und Menschen zu kreieren, die wir Westeuropäer zumeist nur unter der Überschrift „fremd, fern, exotisch“ einreihen. Der niederländische Komponist, Musikproduzent und Flötist Chris Hinze reist dafür seit mehr als drei Jahrzehnten durch die Welt.

Am Freitag präsentierte er knapp 50 Besuchern im Kulturzentrum Schlachthof seine Reiseerlebnisse in Form eines „visuellen Konzertes“. Eine große Leinwand, ein paar Boxen und seine Querflöte genügten. „Es ist ein Konzert ohne Band. Sie können mir heute in die Küche gucken“, erklärte er dem Publikum mit spaßigem Tonfall. Richtig: Ein Knopfdruck, und die Band kommt bei Hinze aus den Beschallern. Ein weiterer Knopfdruck, und das Auge wandert auf der Leinwand durch die staubigen, sonnendurchfluteten Gassen Marokkos, wohnt Mönchen in Tibet beim Gebet bei, beobachtet Afrikaner beim Tanz oder Japaner bei Zeremonien.

Hinzes Reisepalette ist so umfangreich wie vielfarbig: Tibet, Burma, Indien, Marokko, Mongolei. Zu Video-Impressionen lässt er seine Querflöte erklingen. Alles, was aus den Boxen strömt, sind seine Kompositionen oder Arrangements. Jedes Land inspirierte ihn zu komponieren. Hinze fand stets einheimische Musiker, die mit ihm arbeiteten und aufnahmen. „ Tolle Musiker“, erinnert sich der 73-Jährige und nennt einige, die später berühmt wurden, Reggae-Musiker Peter Tosh zum Beispiel. „Er war immer auf die Sekunde pünktlich, nur im Tag hat er sich bei unseren Treffen regelmäßig vertan“, amüsierte sich Hinze.

Fazit: Musik, Bilder und Geschichten - so miteinander verschmolzen: ein eindringliches Erlebnis. Viel Applaus dafür.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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