Publikum schüttelte sich vor Lachen

Klamauk im Heizungskeller: Die rasante Komödie „Männerhort“ im Tic

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Männeridylle im Keller: (von links) Eroll (Björn Jung, sitzend), Helmut (Eric Carter) und Lars (Guido Fischer).

Kassel. Das exzessive Shoppen ihrer Frauen haben diese drei Freunde satt. Jeden Samstagnachmittag fliehen Lars, Eroll und Helmut in einen Heizungskeller, wo sie zwischen kahlen Mauern und Lüftungsröhren Panini-Bilder tauschen, Bier trinken, Würstchen aus dem Glas grillen und die Sportschau sehen. Mit viel Klamauk und blitzender Intelligenz brachte das Fischer & Jung Ensemble aus Köln am Dienstag die Komödie „Männerhort“ im ausverkauften Theater im Centrum (Tic) auf die Bühne.

Zunächst scheint das Männerglück perfekt. Der zweimal geschiedene, heimatlose Pilot Helmut (Eric Carter) versorgt einen kümmerlichen Kaktus mit Akupunkturnadeln. Der etwas dämliche, lebensfremde Eroll (Björn Jung) zitiert Hemingway und träumt davon, Autor zu werden. Lars (Guido Fischer) kriegt zu Klängen von „Spiel mir das Lied vom Tod“ dauernd Anrufe seiner schwangeren Frau Anna, oder es melden sich Damen aus dem Internet auf seinem Zweithandy. „Lars, ein Meter und neunzig, 81 Kilo, wie heißt du?“, rappelt er wie auswendig gelernt runter.

Als plötzlich das Licht ausgeht, es gespenstisch poltert, schrecken die drei Einkaufsgeschädigten auf. Jetzt steht Mario (Kristof Stößel) im Raum, ein Mann der Brand- und Rettungswache. Aber auch er ist ein Shopping-Opfer, seine Frau hat ihn rausgeschmissen. Als es Nacht wird, richten sich Helmut und Mario auf dem roten Sofa ein, der Kampf um die Decke beginnt. Später kommt der fesche Lars dazu, ebenfalls rausgeschmissen. Der lange Kerl legt sich dann auf die Sofalehne. Rasend komisch war das, natürlich purzelt er hinunter. Dafür gab es Szenenapplaus.

Die vier wunderbar lustigen Schauspieler inszenieren richtig blöde Scherze mit Geist und Charme auf hohem Niveau. Oftmals improvisierten die Rheinländer und hatten selbst riesigen Spaß an der Situationskomik. Das Publikum schüttelte sich zwei Stunden lang vor Lachen. Sieben Vorhänge.

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