Konzertsaal gut gefüllt

Der Klang war Gold wert: Fink im Kasseler Kulturzelt

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Ausnahmestimme: Sänger Fink begeisterte mit ausgetüfteltem Sound im Kulturzelt.

Kassel. Der englische Musiker Fink ist ein Tausendsassa: Der Wahl-Berliner legt als DJ auf, arbeitet für Hollywood-Produktionen wie "12 Years A Slave" und ist vor allem ein toller Singer-Songwriter, wie sein perfekter Auftritt im Kasseler Kulturzelt bewies.

„Es ist mir ein Vergnügen“, freute sich Fin Greenall alias Fink am Sonntag im gut gefüllten Kulturzelt. Auch dem Publikum war die Freude anzumerken. Gebannt lauschten alle einem Konzert, über dessen Perfektion man nur schwärmen konnte: eintauchen in einen wunderbar ausgeglichenen Sound.

Zentral ist der dunkle Bariton des 1972 in Cornwall geborenen Singer-Songwriters, eine Stimme, die ebenso viel Gefühl wie Abgeklärtheit hat: der perfekte Ausdrucksträger für poetische Bilder und Gleichnisse. Eingangs im gelassen bluesigen Titelstück aus dem aktuellen Album „Hard Believer“ erzählt Fink vom Licht über dem Hügel und von Sirenen, so golden wie die Sonne.

Dynamik des Schlagzeugs 

Auch der Bandklang, der die Ausnahmestimme nie überdeckt, ist Gold wert. Fink begleitet sich an der Akustikgitarre, unterstützt von Tim Thornton (Drums, Cajón), Guy Whittaker (Bass) und Chris Nicholls (E-Gitarre). Besonders eindrucksvoll: die Dynamik des Schlagzeugers. Thornton kann sich feinsinnig zurücknehmen, aber auch Steigerungsbögen ausspielen.

Das führt zu einer weiteren Qualität: Finks Songs haben oftmals einen grandiosen Flow, einen musikalischen Fluss, der eine enorme Sogkraft entwickelt. Man taucht ein, wird unaufdringlich mitgerissen oder begibt sich auf eine Pilgerreise - ein Song heißt „Pilgrim“.

Altersmäßig gemischt ist das Publikum, darunter befinden sich viele, die an die 15 Jahre jünger sind als Fink. Mit seiner unprätentiösen Art erreicht er die Leute.

Glaubhaft ist es, als er versichert, den Sound im Kulturzelt zu schätzen, denn anders als bei dem großen Festival, auf dem sie vorher waren, konnten sich die Musiker hier auf der Bühne untereinander hören. Ein Vergnügen eben. In der Zugabe geht die Sonne über Berlin auf. Schlagzeuger Thornton spielt in „Berlin Sunrise“ gleichzeitig Gitarre und Bass-Drum, um dann am vollen Schlagzeugset aufzudrehen.

Mit einem fulminanten Crescendo gehen die 90 Konzertminuten zu Ende. Nachher nimmt sich Fink noch Zeit für Gespräche und Erinnerungsfotos mit seinen Fans.

Von Georg Pepl

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