Musiker von Quadro Nuevo gastieren mit ihrem Adventskonzert - ein Interview

Kommen mit orientalischen Klängen wie aus dem Morgenland: Quadro Nuevo mit Bandleader Mulo Francel (mit Saxofon). Foto:  nh

Kassel. Die aus dem Kulturzelt bekannte jazzige Weltmusik-Formation Quadro Nuevo spielt am 3. Dezember ein Weihnachtskonzert in Kassel. Wir sprachen mit Musiker Mulo Francel über musikalische Entdeckungen und den Klang von Gewürzen.

Quadro Nuevo verbinden musikalische Traditionen von Argentinien bis Orient. Wo finden Sie Ihre Inspiration?

Mulo Francel: Oft auf Reisen. Wenn wir zum Beispiel in Tunis sind und in die nordafrikanischen Klänge eintauchen, stürmen wir die CD-Läden und lernen Musiker kennen. Neben der geografischen Suche wühlen wir auch in der Vergangenheit. Wir stöbern alte Aufnahmen auf, von Tangos, italienischen Liedern oder Pariser Musette-Walzern. Solche Entdeckungen faszinieren.

Wie wissen Sie, ob daraus spannende Musik für Ihr Ensemble entstehen kann?

Francel: Das weiß ich, wenn ich im Herzen ein wohliges Gefühl habe und eine Gänsehaut. Von der Melodie muss ein Magnetismus ausgehen. Harmonisch verändern wir die Stücke allerdings stark. Wir setzen zum Beispiel die Gesangsstimme fürs Saxofon und arbeiten mit einem lyrischen Blasstil, nicht mit der rockigen Röhre, wie wir das Saxofon heute meist kennen. Tenorino hieß das im Italien der 30er-Jahre.

Wie authentisch können Sie sein?

Francel: Das ist nicht unser Anliegen. Wir suchen uns aus allen Traditionen etwas heraus, aber wir könnten niemals sagen, wir machen autentisch-orientalische Musik. Wichtig ist: Wir haben Respekt vor jeder Musik.

Ihr jüngstes Projekt war die Vertonung von Gewürzen. Wie klingen Ingwer oder Liebstöckel?

Francel: Bei Ingwer denken wir an den indischen Kulturraum und haben mit einem Tablaspieler gearbeitet. Liebstöckel hat für uns den Charakter eines Walzers. Das ist nicht so ein ebenmäßiges Gewürz, auch nicht ein angeberisches. Sondern es hat eher etwas Geschwungenes. Na ja, Musik ist eben abstrakt.

Haben Sie auch Weihnachtsgewürze im Repertoire?

Francel: Ja, jetzt spielen wir meist Kakao und Zimt. Auf unserem Kasseler Konzert führen wir klassische Weihnachtslieder auf, die wir aber bearbeiten. Oft haben die keine so spannenden Harmonien, das haben wir verändert, aber ohne die Titel zu verjuxen. Wir spielen unbekanntere Weihnachtsweisen, etwa das tolle französische „Entre le boeuf et l’ âne gris“, wo das Jesuskind vom Atem der schweren Krippentiere gewärmt wird.

Erlöserkirche Harleshausen, Samstag, 3. Dezember, 20 Uhr, Kartentelefon: 0561-8708494.

Von Bettina Fraschke

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